Eilmeldung
This content is not available in your region

Explosion in Beirut: ein zweites Hiroshima?

Explosion in Beirut
Explosion in Beirut   -   Copyright  Hussein Malla/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Schriftgrösse Aa Aa

Ammoniumnitrat wird normalerweise als Düngemittel eingesetzt. Doch stark erhitzt und unter Druck gesetzt, geht es hoch wie eine Bombe.

Der libanesischen Regierung zufolge lagerten im Hafen von Beirut 2,750 Tonnen des Düngemittels, bevor es am Dienstag in Brand geriet.

Mit katastrophalen Folgen: Es ereignete sich eine der größten nicht-nuklearen Explosionen der Geschichte. Gebäude im Umkreis von 250 Metern wurden komplett zerstört. Scheiben in über 200 Kilometer Entfernung gingen in die Brüche.

2.750 Tonnen, das sind umgerechnet rund 1.200 Tonnen TNT.

Hiroshima-Bombe 13 Mal stärker

Zum Vergleich: Die Atombombe, die vor genau 75 Jahren über Hiroshima abgeworfen wurde, hatte eine Sprengkraft von 15.000 Tonnen TNT - sie war also 13 Mal stärker als die Explosion in Beirut. 140.000 Menschen wurden getötet. Es war das erste Mal, dass eine Atombombe im Krieg eingesetzt wurde.

Eugene Hoshiko/Copyright 2020 The Associated Press
Der Brügermeister von Hiroshima und Angehörige gedenken der Opfer der AtombombeEugene Hoshiko/Copyright 2020 The Associated Press

Die heftigste nichtnukleare Explosion der Geschichte ereignete sich 1917 in Halifax - mit einer Sprengkraft von 2.960 Tonnen TNT.

Dabei kollidierte eine französischer Munitionsfrachter mit einem Schiff aus Norwegen. Der Frachter aus Frankreich geriet in Brand und explodierte - so gewaltig, dass eine Flutwelle ausgelöst und heftige Erderschütterungen ausgelöst wurden. Die enorme Druckwelle entwurzelte Bäume, verbog Eisenbahnschienen und zerstörte zahlreiche Gebäude, deren Trümmer über hunderte von Metern weggeschleudert wurden.

Explosion im Oppauer BASF-Werk

In Deutschland explodierten 1921 im Oppauer BASF-Werk 400 Tonnen Ammoniumsulfatnitrat - mit einer Sprengkraft von weniger als 1.000 Tonnen TNT - genau lässt sich das nicht mehr ermitteln.

Noch in 75 km Entfernung zum Unglücksort beschädigten die Detonationen Gebäude. 561 Menschen wurden dabei getötet und weitere 1977 verletzt - gemessen an der Opferzahl das bisher größte Explosionsunglück in Deutschland.