Eilmeldung
This content is not available in your region

Tichanowskaja flieht nach Litauen: "Sehr schwierige Entscheidung"

euronews_icons_loading
Tichanowskaja flieht nach Litauen: "Sehr schwierige Entscheidung"
Copyright  AFP
Schriftgrösse Aa Aa

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja ist vor der Polizeigewalt in Belarus in den benachbarten EU-Staat Litauen geflohen.

Die 37-Jährige hatte sich geweigert, den Sieg von Amtsinhaber Alexander Lukaschenko bei der Wahl am vergangenen Sonntag anzuerkennen.

Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission konnte Langzeitherrscher Lukaschenko rund 80 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt. Daran gab es auch international erhebliche Zweifel.Der litauische Außenminister Linas Linkevicius sagte über Tichanowskaja: "Sie ist in Litauen, in Sicherheit und wieder mit ihrer Familie vereint, und das ist die Hauptbotschaft."

Tichanowskaja: "Schwierige Entscheidung"

Vor der Wahl hatten bereits Swetlana Tichanowskajas Kinder Belarus in Richtung Litauen verlassen. Jetzt folgte ihnen die Mutter, die in einer Videobotschaft sagte: "Ich habe eine sehr schwierige Entscheidung getroffen. Ich habe diese Entscheidung ganz allein gefällt. Niemand hat mich in irgendeiner Weise beeinflusst, nicht meine Freunde, nicht meine Familie, nicht das Wahlkampfteam, nicht Sergej, mein Mann."

EU: "Inakzeptable Gewalt"

Tausende von Weißrussen sind seit der Wahl auf die Straße gegangen, und die Europäische Kommission sagt, es gebe "begründete Zweifel" an der Richtigkeit der Wahlergebnisses

Peter Stano, Sprecher der Europäischen Kommission, erläuterte in Brüssel recht drastisch die Vorwürfe gegen das Vorgehen der Behörden in Belarus: "Unglaubliche Schikanierung und Repression gegen die Kandidaten, gegen ihre Teams, gegen die Journalisten, Blogger, Aktivisten, friedlichen Demonstranten auch nach der Wahl. Das Ausmaß der Gewalt, die brutale Gewalt ist inakzeptabel. Wir verurteilen diese Gewalt, wir fordern die belarussischen Behörden auf, all diejenigen freizulassen, die unrechtmäßig allein aus politischen Gründen inhaftiert sind. "

Es sind die umfangreichsten Proteste in der Geschichte des Landes. Rund 5.000 Demonstranten wurden festgenommen. Es gab Hunderte Verletzte und mindestens ein Todesopfer. Laut den Behörden in Minsk wurden auch 21 Polizei- und Militärangehörige verletzt.