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Moria nach dem Feuer

"Alles stand in Flammen und wir konnten eine Massenflucht von Menschen beobachten, die ziel- und hilflos diese brennende Hölle zu verlassen versuchten", so beschreibt der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen auf Lebso, Marco Sandrone, die Brandkatastrophe, die in der Nacht zum Mittwoch das Flüchtlingslager Moria verwüstete.

Man arbeite nun daran, "die bestmögliche Versorgung und Unterstützung bereitzustellen".

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen forderte, die mehr als 12 000 obdachlos gewordenen Migranten von der griechischen Insel zu holen.

"Die Zeitbombe ist hochgegangen. Das Flüchtlingslager Moria ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt, nachdem letzte Nacht Feuer ausbrachen. 12.000 Männer, Frauen und Kinder haben das Camp verlassen und harren auf der Straße aus."

Vorangegangen waren Unruhen unter den Migranten, weil das Lager seit voriger Woche nach einem ersten Corona-Fall unter Quarantäne gestellt worden war.

Moria ist das größte Flüchtlingslager Griechenlands und Europas. Es ist seit Jahren heillos überfüllt, zuletzt lebten dort nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums rund 12 600 Flüchtlinge und Migranten - bei einer Kapazität von gerade mal 2800 Plätzen.