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EU-Drogenbehörde warnt: Das macht neue Opioide so gefährlich

Ein Zollbeamter arbeitet am Mittwoch, 17. August 2022, mit einem Drogenspürhund im Hafen von Antwerpen.
Ein Zollbeamter arbeitet am Mittwoch, dem 17. August 2022, mit einem Drogenspürhund im Hafen von Antwerpen. Copyright  (AP Photo/Virginia Mayo, File)
Copyright (AP Photo/Virginia Mayo, File)
Von Gregoire Lory & Amandine Hess
Zuerst veröffentlicht am
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Der EU-Drogenmarkt wird immer unübersichtlicher: Stärkere Opioide, hochpotentes Cannabis und neue Substanzen erhöhen Gesundheitsrisiken, warnt die EU-Agentur.

Neue Gesundheitsrisiken und Drogenmärkte, die sich rasant verändern und immer komplexer werden – davor warnt die Drogenagentur der Europäischen Union am Dienstag.

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Ihr Jahresbericht stützt sich auf Daten aus 27 EU-Mitgliedstaaten sowie der Türkei und Norwegen. Er zeigt nicht nur Sorgen über die Verfügbarkeit von Substanzen, sondern auch über deren wachsende Vielfalt, Unberechenbarkeit und Stärke.

Besonders deutlich wird das bei neuen synthetischen Opioiden.

Spielraum zwischen Konsum und Überdosis "sehr klein"

Neue synthetische Opioide seien äußerst potente Stoffe, sagte die Geschäftsführerin der Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA), Lorraine Nolan, Euronews.

Ein Gramm reiche aus, um mehrere Tausend tödliche Dosen herzustellen. Der Spielraum zwischen Konsum und Überdosis sei in diesem Fall sehr klein, betonte sie. Die Stoffe könnten zudem sehr schnell auf den Markt kommen, oft ohne dass Konsumierende wüssten, was sie eigentlich einnehmen.

Nach Schätzungen der EUDA starben 2024 in der EU mindestens 7.600 Menschen an einer Überdosis. Opioide – häufig in Kombination mit anderen Substanzen – bleiben demnach die Hauptursache drogenbedingter Todesfälle.

Der Bericht verweist außerdem auf die zunehmende Verbreitung neuer psychoaktiver Substanzen (NPS). Im Schnitt taucht jede Woche eine neue Substanz auf. Allein 2025 wurden in Europa 50 Stoffe erstmals gemeldet. Insgesamt überwacht die EUDA derzeit rund 1.050 Substanzen.

Cannabis: 24,9 Millionen Konsumierende in Europa

Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Europa. In Deutschland ist sie teilweise legalisiert. 24,9 Millionen Erwachsene berichten von Konsum im vergangenen Jahr.

Der Markt gilt zwar als etabliert, entwickelt sich aber weiter. Die Schmuggelrouten verschieben sich. Immer mehr hochpotente Cannabisprodukte gelangen nach Europa, darunter auch Importe aus Nordamerika.

Nolan sagte, eine Sorge sei die Umleitung aus neu regulierten Märkten und das Auftauchen immer stärkerer Produkte.

"Bei einigen Harzformen beispielsweise stellen wir einen Verunreinigungsgrad von bis zu 33 % fest. Und natürlich gilt: Je höher der THC-Gehalt der Droge ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie bei längerem Konsum Psychosen auslöst", sagte Nolan.

Die breite Verfügbarkeit hochpotenter Produkte, Extrakte und essbarer Cannabisartikel erhöht die Gesundheitsrisiken. In einigen Fälle endet der Konsum mit Notaufnahmen in Krankenhäusern. Behörden warnen zudem vor Cannabis, das mit synthetischen Cannabinoiden gestreckt ist, sowie vor Belastungen durch potenziell gefährliche Pestizide.

Die europäische Agentur registrierte zudem einen Rückgang der Kokainsicherstellungen: 2024 wurden 330 Tonnen abgefangen, nach 419 Tonnen im Jahr davor. Die Zahl der Funde stieg jedoch. Das deutet darauf hin, dass Schmuggler vermehrt kleinere, stärker zersplitterte Lieferungen nutzen, um Kontrollen zu umgehen.

Trotz des Rückgangs bleibt Kokain ein großes Problem. Die Droge steht hinter rund einem Drittel der Menschen, die in Europa eine Drogenbehandlung beginnen, und trägt zu einem wachsenden Teil der gesundheitlichen Schäden bei.

Angesichts steigender Gesundheits- und Sicherheitsrisiken fordert die Agentur die Mitgliedstaaten auf, stärker in Überwachungs- und Vorsorgesysteme zu investieren und eine ausgewogene Strategie zu verfolgen, die sowohl Angebot als auch Nachfrage ins Visier nimmt und sich an öffentlicher Gesundheit und Menschenrechten orientiert.

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