Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Enrico Letta warnt vor Uneinigkeit: EU will "keine Kolonie der USA oder Chinas" sein

Der frühere italienische Ministerpräsident Enrico Letta spricht am 14. Mai 2015 auf einer Wirtschaftskonferenz in Athen.
Der frühere italienische Ministerpräsident Enrico Letta spricht am 14. Mai 2015 auf einer Wirtschaftskonferenz in Athen. Copyright  AP Photo/Petros Giannakouris
Copyright AP Photo/Petros Giannakouris
Von Stefan Grobe & Eleonora Vasques
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopieren Copy to clipboard Link kopiert!

Die entstehende Strategie "EU Inc." soll den Binnenmarkt vollenden, bevor die EU im Wettbewerb mit globalen Supermächten zurückfällt. Italiens ehemaliger Regierungschef Enrico Letta mit einer Warnung an die EU-Spitzen.

Europa muss seinen Fahrplan zur Vollendung des Binnenmarkts weiter beschleunigen und eine europäische Industriestrategie aufbauen, um nicht in Abhängigkeit von globalen Supermächten zu geraten. Das sagte der frühere italienische Ministerpräsident Enrico Letta in der Euronews-Sendung "Europe Today".

WERBUNG
WERBUNG

"Wir wollen keine Kolonie der USA sein, und wir wollen keine Kolonie Chinas sein. Wir wollen Europäer sein“, sagte der ehemalige italienische Regierungschef.

Im Jahr 2024 veröffentlichte Letta einen Bericht darüber, wie der europäische Binnenmarkt vollendet werden kann. Er inspirierte den Fahrplan der EU, Europa wettbewerbsfähiger zu machen.

Der Bericht mit dem Titel "Much More Than a Market“ betonte, dass zentrale Bereiche auf europäischer Ebene zusammengeführt werden müssen. Dazu gehören eine Energieunion, ein einheitlicher digitaler Binnenmarkt und ein Ende der Zersplitterung der Kapitalmärkte.

Außerdem schlug Letta eine "fünfte Freiheit" für Forschung und Innovation vor. So sollte die Wissensökonomie ganz oben auf der wirtschaftspolitischen Agenda der EU stehen.

"Grönland war ein Weckruf"

Im Gespräch mit Euronews sagte Letta, Europa scheine endlich zu begreifen, wie dringend es handeln müsse, bevor es ins Abseits gerate – nicht zuletzt wegen der bizarren Drohungen von US-Präsident Donald Trump, das dänische Gebiet Grönland an sich zu reißen.

"In den vergangenen drei Monaten hat sich vieles beschleunigt“, sagte er. „Das Jahr 2025 war ein Jahr, in dem wir alle von der neuen Trump-II-Ära, den Zöllen, Kriegen und dem ganzen Rest schockiert waren. Dann kam Grönland. Ich glaube, Grönland war ein gewaltiger Weckruf für alle europäischen Länder und ihre Staats- und Regierungschefs."

Die EU-Kommission hat vor Kurzem die neue Strategie "One Europe, One Market" vorgestellt. Sie will damit Gesetzesvorhaben bevorzugt vorantreiben, die die europäische Wettbewerbsfähigkeit weltweit stärken können.

Die Strategie skizziert 42 Reformen auf EU-Ebene, die den Binnenmarkt vollenden sollen, jeweils mit konkreten Fristen. Die meisten könnten innerhalb von zwei Jahren verabschiedet werden.

Zu den vorgeschlagenen Reformen gehören eine schlagkräftige Industriestrategie im Rahmen eines Industrial Accelerator Act sowie das sogenannte 28th Regime, „EU Inc“, das ist ein Rechtsrahmen, der Unternehmensgründungen in Europa erleichtern soll.

Die EU will beide Gesetzespakete bis Jahresende beschließen.

"All diese Punkte machen heute deutlich, dass wir Europäer die Chance haben, geeinter und eigenständiger zu werden", sagte Letta.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Costa bei Euronews: Draghi nimmt an EU-Klausur zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit teil

"Bildung soll fünfte Freiheit werden" - Enrico Letta über den EU-Binnenmarkt

Brüssel, meine Liebe? Nach Lettas Weckruf: Was wird aus dem Binnenmarkt?