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"Drei schlimme Wörter" Böhmermann löscht Tweet zu Seehofer

Innenminister Horst Seehofer
Innenminister Horst Seehofer   -   Copyright  Ronald Zak/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Dass der Satiriker Jan Böhmermann in seiner Wortwahl nicht gerade zimperlich ist, hatte sich im Skandal-Gedicht gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gezeigt. Der Streit wurde dann vor Gericht ausgetragen.

An diesem Freitag hat Jan Böhmermann einen Tweet zu Innenminister Horst Seehofer wieder gelöscht. Wie der Moderator dann erklärte, bereut er offenbar seinen Tweet: "Ich hab vor Wut drei schlimme Wörter über Horst Seehofer getwittert. Ich bin so traurig und verzweifelt. Egal, woran du glaubst oder woher deine Eltern stammen: Menschen sollen der Polizei vertrauen können und sich nicht vor ihr fürchten müssen."

Hintergrund des Grolls gegen Seehofer ist, dass der Innenminister trotz des Rechtsextremismus-Skandals bei der Polizei in NRW weiterhin keine Studie zu den rassistischen Tendenzen bei der Polizei in Auftrag geben will. In einem Interview mit der SZ hatte Seehofer erklärt "Dieser Vorgang bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen tut weh." Aber er wisse, dass "die überwältigende Mehrheit unserer Polizistinnen und Polizisten solche Machenschaften ablehnen." Ohne Zweifel stehe die Mehrheit "zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung."

Die Aussagen Seehofers hatte Jan Böhmermann mit den drei Worten "Fick Dich, Opa" kommentiert, diesen Tweet dann aber gelöscht.

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Weil das ZDF Verständnis für den beim Sender tätigen Böhmermann zeigte, hagelt es auch Kritik gegen die TV-Anstalt in Mainz. Der konservative WELT-Kolumnist Don Alphonso schreibt auf Twitter: "Von mir aus kann das ZDF gern Herrn #Böhmermann auch nach dem neuesten Eklat weiter finanzieren. Man sollte sich dann auf dem Lerchenberg nur nicht wundern, wenn die Gesamtfinanzierung durch Zwangsgebühren hinterfragt wird."

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet hatte, waren Böhmermanns Daten aus einem Polizeicomputer an Rechtsextreme gelangt. Der Zeitung liegt ein Drohschreiben des NSU 2.0 vor, in Böhmermanns Adresse verwendet wird. Es wurde am 1. August per Mail verschickt – wenige Tage nach der Abfrage. Das Schreiben war laut FR aber nicht an Böhmermann adressiert.

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