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Corona in Schweden: Auf dem richtigen Weg?

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Stockholm im Juni: Mittsommerpicknick
Stockholm im Juni: Mittsommerpicknick   -   Copyright  Andres Kudacki/ Associated Press
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Schweden, Corona-Musterland oder doch eher schlechtes Beispiel? Monate nach Beginn der Pandemie ist die Bilanz immer noch nicht eindeutig. Erst beneideten viele die SchwedInnen für ihren Sonderweg, der ihnen viele Freiheiten ließ, während der Rest Europas im Lockdown war, dann stiegen die Todeszahlen vor allem im Vergleich zu den anderen nordischen Ländern an und es gab Kritik.

Zur Zeit steht Schweden wieder gut da: Laut dem "Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten" gab es in den vergangenen zwei Wochen rund 28 Fälle per 100.000 EinwohnerInnen und nur 14 PatientInnen in Intensivbehandlung.

Trotzdem schließt Chefepidemiologe Anders Tegnell eine zweite Welle nicht aus, vor allem weil nach den Sommerferien die Gymnasien erstmals seit März wieder öffneten. "Das Risiko ist in Schweden geringer, aber wir sind definitiv nicht immun und wir müssen sehr vorsichtig sein und beim ersten Anzeichen reagieren, so dass wir alles gegen eine Eskalation tun können."

Auch bei den Masken geht Schweden einen Sonderweg: Während sie fast überall in Europa mittlerweile Alltag sind, raten die schwedischen Gesundheitsbehörden sogar davon ab, da der Mund-Nasen-Schutz ein falsches Sicherheitsgefühlt vermittele. Stattdessen setzt Schweden größtenteils auf Homeoffice und Eigenverantwortung beim Einhalten der Abstandsregeln.

Die schwedische Gesundheitsministerin Lena Hallengren: "Wenn es zu einem lokalen Ausbruch kommt, wird es natürlich andere Maßnahmen geben, darunter auch eine Maskenpflicht zu bestimmten Uhrzeiten und an bestimmten Orten. Aber nicht für lange. Die Menschen werden nicht jahrelang Masken tragen."

Besuchsverbot in Altersheimen fällt

Auf Drängen der Opposition in Schweden hat die Regierung eine Kommission eingesetzt, die das Vorgehen in der Krise untersuchen soll. Ein vorläufiger Bericht wird im November erwartet. Besonders kritisiert worden waren mangelnde Vorsichtsmaßnahmen in Altersheimen. Dort soll das seit fast sechs Monaten geltende Besuchsverbot am 1. Oktober fallen.