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Covid-19 in Europa am 15.10.: "Es wird die Hölle"

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Covid-19 in Europa am 15.10.: "Es wird die Hölle"
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In Paris und acht weiteren Städten in Frankreich gilt ab Samstag eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und sechs Uhr, um die dramatische Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus einzudämmen. In den Großstädten, die von der nächtlichen Ausgangssperre betroffen sind, liegt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner bei über 250.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Frankreich war auf über 20.000 pro Tag angestiegen.

Emmanuel Macron richtete sich am Mittwochabend um 20 Uhr im Fernsehen an Bürgerinnen und Bürger. Nach etwas Positivem gefragt, meinte Macron, das Land werde geeinter und gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Macron erklärte: "Es wird kein Fahrverbot zwischen 21.00 Uhr und 6.00 Uhr geben, aber Ausnahmen für die Ausgangssperre bleiben auf gute Gründe beschränkt. Es bedeutet, dass Sie nicht in Restaurants gehen, dass Sie das Restaurant nach 21 Uhr nicht mehr verlassen, dass Sie keine Freunde besuchen, dass Sie nicht feiern gehen, weil Sie wissen, dass Sie sich dann leichter anstecken und dass Sie sich einschränken müssen".

Entsetzen bei jungen Leuten in Paris

Eine junge Frau in Paris reagierte ziemlich entsetzt auf die Ankündigung der nächtlichen Ausgangssperre: Es wird die Hölle. Ich meine, wir sind nicht im Homeoffice, wir müssen immer noch zur Arbeit gehen. Also komme ich um 9:00 Uhr abends von der Arbeit nach Hause, so dass es sehr kompliziert wird. Ich werde absolut kein soziales Leben mehr haben".

Eine andere junge Frau meint: "Ich schätze, dass es notwendig ist, aber von 21 bis 6 Uhr. Ich bin im Homeoffice. Abends rausgehen war die einzige Freude am Leben."

Touristen sind kaum noch in Paris zu sehen.

Lewis Joly/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
Vor dem Louvre ist es leerLewis Joly/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved

Angela Merkel appelliert an Bügerinnen und Bürger

Wie Emmanuel Macron forderte auch Angela Merkel die Bürgerinnen und Bürger auf, die Corona-Regeln zu beachten. Die Warnungen der Kanzlerin wurden an diesem Donnerstag durch die bitteren Zahlen bestätigt. Das RKI meldete mit mehr als 6.600 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen neuen absoluten Negativ-Rekord.

Offenbar gab es beim Beschluss der neuen Einschränkungen Meinungsverschiedenheiten zwischen der Kanzlerin und den Länderchefs. Merkel sagte: "Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil abzuwenden."

Stefanie Loos/AP
Angela Merkel nach der Besprechung mit den LänderchefsStefanie Loos/AP

Höchstwert der Neuinfektionen in Portugal

In Portugal wurde mit mehr als 2.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden eine neuer Höchstwert verzeichnet. Besonders Familienfeiern wie Hochzeiten und Taufen werden für das Ansteigen der Fälle verantwortlich gemacht.