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Droht ihm nun Haft? Boris Becker soll Trophäen unterschlagen haben

Boris Becker beim ATP Cup in Brisbane, Australien, 03.01.2020
Boris Becker beim ATP Cup in Brisbane, Australien, 03.01.2020   -   Copyright  Tertius Pickard/Copyright 2020. The Associated Press. All rights reserved
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Der ehemalige Tennis-Star Boris Becker steht vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, mehrere Trophäen und Medaillen, die er während seiner beispiellosen Tenniskarriere gewonnen hatte, vor dem Insolvenzverwalter verborgen zu haben.

Trophäen vor dem Insolvenzverwalter versteckt?

Bei seinem Auftritt vor dem Southwark Crown Court in London am Donnerstag wurde Becker, der sich bereits mit 19 bestehenden Anklagepunkten im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung gesetzlicher Informationspflichten auseinandersetzen muss, mit neun weiteren Anklagepunkten konfrontiert. Darin wird Becker vorgeworfen, er habe einen Teil der Gewinne und Trophäen aus seiner Spielkarriere versteckt, um zu verhindern, dass sie zur Begleichung von Schulden verkauft werden.

Unter den Trophäen, die in der Anklageschrift in 28 Punkten aufgeführt sind, gehören seine erste Wimbledon-Trophäe, die er als jüngster Spieler im Alter von 17 Jahren und sieben Monaten im Herren-Einzel gewonnen hatte, und seine Australian-Open-Trophäen von 1991 und 1996.

Becker widerspricht Anklage - ihm drohen bis zu 7 Jahren Haft

Der 52-jährige Deutsche war 2017 von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden, an diesem Donnerstag erschien er mit einer schwarzen Gesichtsmaske mit dem Logo "Stronger Together", einem grauem Anzug und einer blau-weiß gestreifter Krawatte vor Gericht. Er sprach lediglich, um den gegen ihn gemachten Vorwürfen zu widersprechen. Becker plädierte in der 45-minütigen Sitzung in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig.

Zudem soll Becker Vermögen vor den Insolvenzbehörden verborgen haben, indem er unter anderem hohe Geldbeträge an verschiedene Personen überwiesen hat, darunter sind seine Ex-Frau Barbara Becker und seine getrennt lebende Ehefrau Lilly Becker.

Auch Vermögenswerte, darunter eine Wohnung in Chelsea und Bargeld soll die Tennis-Ikone vor dem Insolvenzverwalter versteckt haben. Im Falle einer Verurteilung drohen Becker bis zu sieben Jahren Haft.

"Er ist völlig unschuldig und beabsichtigt, sich zu gegebener Zeit vor Gericht zu verteidigen", kündigt Beckers Sprecher Aaron Stephans an. Erst am 13. September kommenden Jahres wird der eigentliche Prozess beginnen. Bis dahin müssen noch jede Menge Beweise gesichtet werden.

Der dreifache Wimbledon-Sieger bleibt auf freiem Fuß - allerdings nicht unkontrolliert. Wenn er reisen will, was er für seine Kommentatoren-Jobs häufig tut, muss Becker das zwei Tage zuvor bei der Insolvenzbehörde anmelden. Sein Reisepass ist bei den Anwälten hinterlegt.

Der ehemalige Weltranglistenerste und sechsmalige Grand-Slam-Champion sammelte in seinen 16 Jahren als Profi 49 Einzeltitel aus 77 Endspielen.

Becker wurde 2003 in die "International Tennis Hall of Fame" aufgenommen und tritt regelmäßig als Experte und Kommentator in der BBC auf. Von 2013 bis 2016 trainierte er auch die aktuelle Nr. 1 der Weltrangliste der Männer, Novak Đoković. In diesem Zeitraum gewann Đoković sechs Grand-Slam-Titel.