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Rekordverdächtig: Mehr als 70 Millionen US-Bürger haben schon gewählt

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Wahlurne für Frühwähler in New York
Wahlurne für Frühwähler in New York   -   Copyright  Mary Altaffer/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Eine Woche vor der Präsidentenwahl in den USA haben bereits mehr als 70 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben.

Das entspricht mehr als der Hälfte aller Stimmen, die bei der Wahl vor vier Jahren abgegeben wurden, wie am Dienstag aus Daten des "U.S. Elections Project" des Politikwissenschaftlers Michael McDonald von der Universität Florida hervorging. 2016 stimmten der Wahlkommission FEC zufolge rund 137 Millionen Amerikaner ab.

Besonders hoch war die frühe Stimmabgabe dabei im stark umkämpften US-Bundesstaat Texas, in dem schon etwa 87 Prozent der Gesamtzahl an Wählern von vor vier Jahren abgestimmt haben. Hoch ist die Beteiligung auch in den wichtigen Bundesstaaten Florida und North Carolina. Bei der Wahl am 3. November tritt der republikanische US-Präsident Donald Trump gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden an. Außerdem werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und gut ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben.

Marathon-Mann Trump

Trump trat innerhalb eines Tages in den Bundesstaaten Michigan, Wisconsin und Nebraska auf. Sein Widersacher Biden sprach in Georgia. Das ist eigentlich eine Hochburg der Republikaner, doch Biden setzt darauf, dass die jungen Leute für ihn stimmen, um auf diese Weise Georgia zu erobern.

„Sie wissen ja, was die Umfragen aussagen: 'Er kann nicht gewinnen.' Im Augenblick liegen wir fast überall vorne. Ich kann ihnen sagen: Ich arbeite bis zum Umfallen“, so Trump. Joe Biden rief seinen Anhängern zu: „Wir haben uns für Hoffnung statt Angst entschieden, für Einigkeit statt Spaltung, für Wissenschaft statt Einbildung, für Wahrheit statt Lügen. Leute, es ist an der Zeit aufzustehen und uns die Demokratie zurückzuholen."

Vorteil für Biden

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird bei der Wahl in den USA erwartet, dass mehr Amerikaner als sonst von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag persönlich oder per Briefwahl abzugeben. Nach den Daten des Projekts scheinen bislang erheblich mehr registrierte Demokraten als Republikaner gewählt zu haben. Die Registrierung bei einer Partei sagt nicht unbedingt etwas über das Stimmverhalten aus.

Beobachter jedoch vermuten, dass die frühen Wähler zu einem größeren Teil für Biden stimmen. Das Wahlkampfteam des demokratischen Herausforderers hatte Anhänger aktiv zur frühen Stimmabgabe aufgerufen, während der republikanische US-Präsident Donald Trump die Briefwahl immer wieder und ohne fundierte Belege mit Betrug in Verbindung gebracht hatte. Bei einem Wahlkampfauftritt in West Salem (Wisconsin) kritisierte Trump am Dienstag erneut eine möglicherweise mehrere Tage dauernde Auszählung in einigen Bundesstaaten.