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Präsidentenwahl in Moldau: pro-europäische Sandu vor Amtsinhaber Dodon

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Präsidentenwahl in Moldau: pro-europäische Sandu vor Amtsinhaber Dodon
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Am Sonntag haben rund 3,2 Millionen Wahlberechtigte der Republik Moldau in einer ersten Runde über ihren zukünftigen Präsidenten abgestimmt.

Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in der Hauptstadt Chisinau liegt die pro-europäische Ex-Ministerpräsidentin Maia Sandu mit 35,9 Prozent rund 3 Prozent vor Amtsinhaber Igor Dodon, der auf 32,7 Prozent der Stimmen kommt. Igor Dodon steht für einen russlandfreundlichen Kurs.

Allerdings waren nur 42 Prozent der Wählerinnen und Wähler an die Urnen gegangen.

Maia Sandu nach ihrer Stimmabgabe: "Ich habe für ein Land gestimmt, das die Korruption bekämpft und all diese korrupten Clans stoppt, ich habe für die Zukunft unseres Landes für die Zivilgesellschaft gestimmt."

Kampf um Stimmen aus Transnistrien

Maia Sandu prangert Korruption, Stimmenkauf und Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe von Wählern aus der abtrünnigen Region Transnistrien an. Russland hat in der Grenzregion Truppen mit UN-Mandat stationiert.

Mehr als 300 Beschwerden sind bei der Polizei eingegangen. Sandu und ihre Partei haben Beweise gesammelt und der Staatsanwaltschaft vorgelegt.

Amtsinhaber Igor Dodon dankte nach der Abstimmung seinen Wählern: "Ich habe heute für den Frieden gestimmt. Für Stabilität, für die Freundschaft von Vertretern verschiedener Nationalitäten, die in der Republik Moldau leben, und für Ausgewogenheit in den Beziehungen zu unseren ausländischen Partnern."

Extra Wahllokale wurden in Transnistrien eingerichtet. Ihre Bewohner gelten als Bürger Moldaus und haben damit auch ein Wahlrecht, das ihnen allerdings erst das zweite Mal zugestanden wurde. Das erste Mal, als Igor Dodon vor 4 Jahren zum Präsidenten gewählt wurde.

Euronews-Korrespondent Ernest Bunguri berichtet aus der Grenzregion Transnistrien: "In Varnita, einer Kleinstadt am Knotenpunkt Bender in Transnistrien ist es am Wahltag zu kleineren Zwischenfällen gekommen. Einige Kriegsveteranen haben versucht, Transnistrier, die zu Fuß, mit dem Auto oder Bus unterwegs waren, daran zu hindern, zur Wahl zu kommen. Ordnungskräfte haben dafür gesorgt, dass sie passieren konnten."

Arbeit gibt es nur in Russland und Europa

Die Stichwahl um das Präsidentenamt findet am 15. November statt. Bereits vor vier Jahren waren Dodon und Sandu gegeneinandern angetreten. Damals hatte sich Dodon erst in der zweiten Runde knapp gegen Sandu durchgesetzt.

Wichtig bei der Wahl in Moldau sind die im Ausland abgegebenen Stimmen. In dem Land zwischen der Ukraine und Rumänien leben rund 2,7 Millionen Menschen - eine halbe Million mehr, 3,2 Millionen sind wahlberechtigt. Viele Moldauer haben ihre Heimat aus Perspektivmangel verlassen und arbeiten vor allem in der EU, aber auch in Kanada oder Israel. Die frühere Sowjetrepublik gilt als das ärmste Land Europas.

Die rund 3,2 Millionen Wahlberechtigten konnten zwischen insgesamt acht Bewerbern auswählen. Nach Angaben der Wahlkommission herrschte in den Wahllokalen im Ausland großer Andrang. Einige blieben deshalb länger geöffnet. Neben Deutschland sei dies etwa in Kanada, Israel, Frankreich, Italien und Spanien der Fall gewesen.