Eilmeldung
This content is not available in your region

(Fast) ganz Europa gratuliert Biden zum Wahlsieg

euronews_icons_loading
(Fast) ganz Europa gratuliert Biden zum Wahlsieg
Copyright  ATTILA KISBENEDEK/AFP or licensors
Schriftgrösse Aa Aa

Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt und noch haben nicht alle Bundesstaaten ihren Gewinner bekannt gegeben, aber Joe Biden hat die magische Zahl der Wahlmännerstimmen für einen Sieg erreicht, und die meisten europäischen Staats- und Regierungschefs haben ihm bereits gratuliert und ihn ihrer Unterstützung versichert.

Merkel: "Amerika ist und bleibt unser wichtigster Verbündeter"

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gartulierte sowohl Joe Biden als auch seiner "Running Mate" Kamala Harris, der ersten designierten Vizepräsidentin in der Geschichte der Vereinigten Staaten, in einer Pressekonferenz am Montag. Sie bemerkte außerdem:

"Wir Deutschen und wir Europäer wissen, dass wir in dieser Partnerschaft im 21. Jahrhundert mehr eigene Verantwortung übernehmen müssen. Amerika ist und bleibt unser wichtigster Verbündeter. Aber es erwartet von uns - und zu Recht - stärkere eigene Anstrengungen, um für unserer Sicherheit zu sorgen und für unsere Überzeugungen in der Welt einzutreten."

Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte:

"Die Europäische Union steht bereit für eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit der neuen Regierung und dem neuen Kongress. Zusammen werden wir dringenden globalen Herausforderungen begegnen: der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen, dem Klimawandel und dem Verlust an Biodiversität."

Glückwünsche aus Großbritannien, trotz Differenzen beim Brexit

Auch aus der Downing Street kamen Glückwünsche. Aber während die Brexit-Unterhändler erneut am Montag in London zusammenkamen, wird die britische Seite den neugewählten Präsidenten nicht ganz ohne Skepsis betrachten, denn Biden ist, im Gegensatz zum amtierenden Präsidenten, kein Fan des Brexit.

Der Premierminister zeigte sich dennoch optimistisch:

"Ich glaube, dass es sehr viel mehr gibt, das die Regierung dieses Landes und die in Washington vereint, als das, was sie spaltet. Wir haben gemeinsame Werte, gemeinsame Interessen und eine gemeinsame globale Perspektive. Es gibt enorm viel Arbeit, die wir gemeinsam leisten müssen, um diese Werte zu schützen", so Boris Johnson am Sonntagabend im britischen Fernsehen.

Sloweniens Ministerpräsident Jansa in der Kritik

Unter den europäischen Regierungschefs hat sich der slowenische Ministerpräsident Jansa bisher am weitesten für Trump aus dem Fenster gelehnt. Nachdem er ihn in der vergangenen Woche vorzeitig zum Wahlsieger ausrief, teilte er seitdem Dutzende von Posts mit Verschwörungstheorien in den sozialen Medien.

Aber zum überwiegenden Teil ist der Wahlsieg von Joe Biden in Europa begrüßt worden. Viele Staats- und Regierungschefs werden mindestens im Privaten erleichtert sein, nicht weitere vier Jahre mit Trump zu tun haben zu müssen.

Andererseits wird wohl niemand von ihnen glauben, dass die kommenden vier Jahre einfach ein Sprung zurück ins Jahr 2016 bedeuten werden.