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Kanaren: Ankunft von 1.600 Migranten - höchste Zahl seit 10 Jahren

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Kanaren: Ankunft von 1.600 Migranten - höchste Zahl seit 10 Jahren
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In den vergangenen zwei Tagen sind so viele Migranten auf den Kanarischen Inseln angekommen wie seit 10 Jahren nicht mehr.

Mehr als 1.600 aus Afrika Geflüchtete wurden in vielen kleinen Booten auf dem Meer aufgegriffen. In der Nähe der Insel El Hierro wurde die Leiche einer Person aus dem Wasser gezogen.

Das spanische Innenministerium hat seit Jahresbeginn bis Ende Oktober 11.409 Migranten auf mehr als 400 Booten registiert. Das entspricht einer Zunahme von 664 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Erstaufnahmelager des Roten Kreuzes sind völig überfüllt, die erschöpften Menschen schlafen nach ihrer Ankunft meist zunächst auf dem Boden.

Der Bürgermeister der Gemeinde Mogán, Onalia Bueno García, sagt, dass "die Situation völlig überwältigend ist" und fügt hinzu, dass die spanische Regierung zu lange nicht reagiert und nicht genug getan hätte.

Onalia Bueno García: "Gran Canaria hätte bereits über orentliche Einrichtungen zur Aufnahme dieser Migranten verfügen müssen. Es gibt im Leben immer Krisen, zyklische Krisen, und jetzt machen wir eine wirtschaftliche Krise durch, eine Migrationskrise - und die Wahrheit ist, dass Spanien und Europa diese Antwort geben."

der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska und die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson reisten nach Grand Canaria, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Johansson und Grande-Marlaska riefen dazu auf, die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern zu verstärken. Die meisten Migranten auf der Route auf die Kanaren kommen aus Marokko, dem Senegal oder Mauretanien.

Die Migranten hoffen, auf das spanische Festland gebracht zu werden. Dorthin wurden in der Vergangenheit aber nur die wenigsten Geflüchteten geflogen, sie wurden in ihre Herkunftsländer zurückgebracht. Mit Mauretanien und Marokko hat Spanien Abkommen über die Rücknahme von Migranten, die über ihr Staatsgebiet nach Spanien gelangt sind.

Die kürzeste Strecke zwischen den kanarischen Inseln und den Inseln Marokkos an der westlichen Sahara-Küste beträgt etwa 100 Kilometer.

Die Kanarischen Inseln werden immer häufiger Ziel von Flüchtenden, insbesondere seit 2019, seit dem Marokko Finanzmittel von der Europäischen Union für die Migrationskontrolle im Mittelmeer Richtung Spanien erhält.