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2000 Migranten am Tag: verschärfte Lage auf den Kanaren

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2000 Migranten am Tag: verschärfte Lage auf den Kanaren
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Ein weiteres Schiff mit Migranten erreicht den Hafen von Arguineguin auf Gran Canaria. Es ist nicht die erste Ankunft des Tages und wird nicht die letzte sein. Mehr als 15.000 Menschen sind seit August auf den Kanarischen Inseln angekommen. Am Ufer sind Wracks der hölzernen Boote zu sehen, in denen die Migranten die Überfahrt nach Europa wagten.

Migranten schlafen auf dem Boden

Hunderte wurden bei ihrer Ankunft im Hafen von Mitarbeitern des Roten Kreuz medizinisch behandelt - gedrängt dicht an dicht.

"Näher dürfen wir nicht heran. Dort kommen Hunderte Menschen am Tag an, schlafen in diesen weißen Zelten, die völlig überfüllt sind. Manche schlafen Berichten zufolge auf dem Boden, unter Decken oder Cartons, mit denen sie sich vor der Sonne schützen. Bis zu 2000 Menschen kommen täglich hier an. Die Regierung ist nach eigenen Angaben bemüht, die Lebensbedingungen zu verbessern", berichtet euronews-Reporter Jaime Velazquez.

Hoteliers: "Es müssen wieder Touristen her"

Rund 4000 Migranten sind auf Gran Canaria in Hotels untergebracht. Dort testet man sie auf Covid-19 und sie bleiben in Quarantäne. Gleichzeitig sehnt die Hotelbranche Touristen herbei. Die Infektionszahlen sind vergleichsweise niedrig und so mancher denkt, es sei Zeit, die Kanaren wieder als sicheres Reiseziel zu bewerben.

Tom Smulders ist Vize-Präsident der kanarischen Hotelvereinigung FEHT. Er pocht auf ein Wiederankurbeln des Tourismus: "Wir Hoteliers wollten helfen, denn es gab viele Migranten ohne ein Dach über dem Kopf. Aber jetzt müssen wieder Touristen her."

Einwohner: "Wir sehen das Drama, das sich abspielt"

Manche Einwohner fordern bessere Bedinungen für die Ankommenden, andere bezeichnen die Situation als unterträglich. Sie meinen, die Regierung verschweige das Ausmaß der Notsituation und schirme Berichterstatter ab.

"Auch wenn man es nicht sehen kann: es passiert ja trotzdem. Wir Nachbarn sehen, was vorgeht, die Tragödie, das Drama, das sich hier abspielt", sagt Aaron Roda, der in Arguineguin lebt.

Migrant: "Ich habe dem Tod ins Auge gesehen"

Usama erinnert sich an seine Tragödie, an die Überfahrt in Richtung Europa:

"Auf See habe ich dem Tod ins Auge gesehen. Ich brachte dort mehrere Nächte zu. Die Wellen schlugen ins Boot. Wir wollten ein neues Leben. Ich will ja nur nach Spanien, um weiterzuleben."

Im Hafen von Arguineguin kommen immer mehr Menschen an. Mit nichts als ihren Hoffnungen und Träumen. Doch schon bald wird hier einfach kein Platz mehr sein.