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Völlig skrupellos? Trump wollte offenbar Atomanlage in Iran angreifen

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Von Joël Chatreau mit New York Times, AP
Trump im Wahlkampf - ARCHIV
Trump im Wahlkampf - ARCHIV   -   Copyright  AP Photo
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Welche Optionen er habe, um in den kommenden Wochen die iranische Atomanlage Natanz militärisch anzugreifen. Das hat Präsident Trump am 12. November 2020 seine wichtigsten Berater gefragt, wie die New York Times erfahren hat. Einen Tag vor diesem Treffen im Oval Office hatten internationale Inspektoren berichtet, dass der Iran weit mehr Vorräte an Nuklearmaterial besitzt als erlaubt. Als Quelle für die Information über Trumps Pläne zitiert die NYT vier hochrangige US-Beamte.

Seine Berater konnten den Präsidenten davon abhalten, einen Militärschlag gegen den Iran vorzubereiten, da ein Militärschlag gegen die iranische Atomanlage in den letzten Wochen der Präsidentschaft von Donald Trump zu einem größeren Konflikt eskalieren könnte. Unter den Mitarbeitern - die sich offenbar alle gegen den Angriff aussprachen - waren Vizepräsident Mike Pence, Außenminister Mike Pompeo, Christopher C. Miller, der amtierende Verteidigungsminister, und General Mark A. Milley, der die Generalstabschefs anführt.

Wenige Tage zuvor hatte der amtierende US-Präsident Verteidigungsminister Mark Esper entlassen.

Die Internationale Atomenergieagentur IAEA in Wien hatte zuletzt berichtet, dass der Iran seine Vorräte an niedrig angereichertem Uran entgegen der Auflagen aus dem internationalen Atomabkommen, um das Zwölffache gesteigert habe. Unter Donald Trump waren die USA 2018 aus dem Internationalen Atomabkommen ausgestiegen.

Die Atomanlage in Natanz mit tausenden Zentrifugen gilt als die größte des Iran und dient der Anreicherung von Uran. Im Juli 2020 hatte es dort ein Feuer gegeben, das die Regierung in Teheran später in den Staatsmedien als "Sabotageakt" bezeichnet hatte.