Eilmeldung
This content is not available in your region

Verkaufsstart des Beaujolais Nouveau: Die beliebten Feiern fallen aus

euronews_icons_loading
Auch Winzerin Claire Chasselaý muss pandemiebedingt auf andere Vermarktungswege setzen
Auch Winzerin Claire Chasselaý muss pandemiebedingt auf andere Vermarktungswege setzen   -   Copyright  Laurent Cipriani/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Das Beaujolais im Norden von Lyon präsentiert sich in diesen Tagen von seiner schönsten Seite. Ein Hauch von Indian Summer liegt bei Tagestemperaturen von bis zu 20 Grad Celsius über der Hügellandschaft, die Ruhe ausstrahlt.

Zu viel Ruhe nach dem Geschmack der Winzer, denn die traditionellen Feiern rund um den berühmt-berüchtigten Beaujolais Nouveau fallen pandemiebedingt aus.

Der offizielle Verkaufsstart des blutjungen Rotweins fällt immer auf den dritten Donnerstag im November und hat normalerweise Event-Charakter mit Ausschank in der Öffentlichkeit.

Herzstück des Weinguts Châteaux de Pierreux ist ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert. In den Gewölben vollzieht sich der Reifeprozess der typischen Gamay-Trauben.

Jahrzehntelang litt der Beaujolais in Frankreich unter einem Image-Problem. Jetzt überzeugt er zunehmend auch Kenner aufgrund des günstigen Preises.

"Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis"

Grégory Large ist Winzer-Sohn und Weinhändler im Beaujolais: "Das Coronavirus und der Lockdown haben die Nachfrage vervielfacht. Die Leute waren auf die Familien beschränkt, sie suchten gute Weine mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. So zwischen sechs und zehn Euro, was im Allgemeinen der Positionierung der Beaujolais-Weine entspricht. Der Großhandel ist im Vergleich zum vergangenen Jahr weltweit auf dem gleichen Stand. Das bedeutet, dass die meisten Händler, die Bestellungen des letzten Jahres aufrecht erhalten haben. Aber durch die Schließung der Restaurants verlieren wir immer noch 30 Prozent unseres Umsatzpotentials."

Euronews-Reporter Guillaume Petit kommentierte im Beaujolais: "Während sich die Winzer nicht wirklich auf die Restaurants verlassen können, wie sieht es mit dem Export aus? Ein Drittel der 20 Millionen Flaschen Beaujolais Nouveau, die jedes Jahr verkauft werden, werden in Länder wie die USA, Japan, aber auch nach Großbritannien und in die Schweiz exportiert, die in Europa die wichtigsten Absatzmärkte sind. Lassen Sie uns nun herausfinden, in wieweit sich die Pandemie auf diese Exporte ausgewirkt hat."

Die Feiern fehlen

Pandemien und Probleme sind der Maison Loron vertraut. Das Wein- und Familienunternehmen blickt auf eine 300-jährige Firmengeschichte zurück. Es erstreckt sich über mehrere Dutzend Hektar mit Schlössern und Landgütern.

Philippe Bardet hat das Unternehmen vor 4 Jahren übernommen. Fast die Hälfte seines Weins wird ins Ausland exportiert. Aber in diesem Jahr verändert sich der Markt. Die Nachfrage im nahen europäischen Ausland ist weitgehend unverändert.

Darüber hinaus werde die Lage schwieriger, sagte Bardet: "Es ist ein kompliziertes Jahr. Wir haben guten Wein hergestellt, aber er ist nicht so leicht zu verkaufen. Der japanische Markt ist ein großer Markt für uns. Es ist ein Markt, der dazu neigt, regelmäßig zu schwanken, aber in diesem Jahr ist er wirklich nicht in guter Verfassung. In Japan, wie auch in den USA und England, wird uns also die Tatsache bestrafen, dass wir die Ankunft des Beaujolais Nouveau nicht im Freien und in Restaurants, feiern können, was zur Gewohnheit geworden war."

Was den Beaujolais Nouveau betrifft, so wird für dieses Jahr ein Umsatzrückgang von 25 Prozent erwartet, einschließlich des französischen Marktes und der Exporte. Aber die Winzer wollen den Verlust mit einheimischem Konsum ausgleichen, etwa durch den Mitnehm-Verkauf in Restaurants, in Frankreich bekannt unter der Bezeichnung Click and Collect.