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Bangen und Hoffen im mondänen Courchevel: Bleiben die Seilbahnen leer?

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Von Laurence Alexandrowicz  & Euronews
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Bangen und Hoffen im mondänen Courchevel: Bleiben die Seilbahnen leer?
Copyright  Laurence Alexandrowicz

Werden die Seilbahnen in den französischen Skigebieten im Winter Urlauber befördern und wenn ja, wie viele? Diese Frage brennt Geschäftsleuten und vor allem Hoteliers zur Zeit in den Alpen und den Pyrenäen unter den Nägeln.

Auch im mondänen Courchevel in den Alpen herrscht Unsicherheit. Obwohl alles für den offiziellen Saisonstart am 5. Dezember vorbereitet ist.

Pascal de Thiersant ist der Geschäftsführer der "Société des 3 Vallées", zu der auch Courchevel gehört: "Courchevel hat zu 70 Prozent eine internationale Kundschaft. In diesem Jahr werden wir besonders betroffen sein, weil nur wenige Ausländer kommen werden. Aber wir haben eine treue Kundschaft, die wiederkommen wird, was interessant ist, weil das einen großen Mehrwert hat."

Möge die Saison beginnen

Die Pisten sind angerichtet und auch sonst ist - oberflächlich betrachtet - von der Coronakrise wenig zu spüren.

Selbst der Bau-Boom setzt sich fort. Die Einwohnerzahl von Courchevel liegt im Sommer bei 2.400. In den Wintermonaten erhöht sie sich auf 38.000.

Befürchtet wird nun eine erneut verkürzte Saison wie im vergangenen Winter. Damals beendete der Lockdown bereits im März abrupt das Wintergeschäft.

Mit schwerwiegenden Folgen, sagte Jean-Yves Pachod, der Bürgermeister von Courchevel: "Ein einziger Verlustmonat sorgt bei uns, wie Sie sich vorstellen können, für einen Umsatzrückgang von 30 Prozent."

Um Sicherheitsbedenken von Urlaubern einzudämmen, wird Courchevel in der Saison ein Labor einrichten, das 500 Personen pro Tag auf das Coronavirus testen kann. Geworben wird auch mit zwei Apotheken und drei medizinischen Zentren.

Pachod sagte gegenüber Euronews: "Wir haben vor kurzem auch die Möglichkeit von Antikörpertests eingeführt. Die Ergebnisse werden nach 20 Minuten vorliegen."

Viele Restaurants bleiben wohl zu

In Courchevel ist nur das rustikale Hotel Les Monts Charvin im Ortszentrum ganzjährig geöffnet. Überall sind die Zimmer-Reservierungen zurückgegangen, und wie viele Restaurants öffnen werden, ist noch unklar.

Aurore Charvin ist die Eigentümerin des Hotels Les Monts Charvin: "Der Unterschied in diesem Jahr besteht darin, dass wir den Gästen Optionen anbieten. Reservierungen sind nicht verbindlich und wir bitten nicht um eine Anzahlung. Die Schwierigkeit liegt im Verpflegungsbereich. Wir haben kein Restaurant und müssen deshalb Lokale finden, die Lieferungen anbieten, um uns an die Wünsche der Kunden anzupassen."

Saisonkräfte im Schwebezustand

In seinem Lager hat Patrick Lepeudry damit begonnen, Waren für seine 13 Sportgeschäfte entgegenzunehmen. Er macht sich Sorgen um das Geschäft, will aber trotzdem über die Einstellung von Saisonarbeitern nachdenken, auch wenn dies eine mögliche Kurzarbeit bedeuten kann.

Lepeudrys vorläufige Bilanz: "Wir haben beschlossen, unsere Bestellungen um 30 bis 35 Prozent zu reduzieren. Für die Saisonarbeiter herrscht Ungewissheit. Vele haben kein Einkommen mehr, so dass wir beschlossen haben, sie trotzdem einzustellen."

Das Fazit von Euronews-Reporterin Laurence Alexandrowicz in Courchevel: "Die Pandemie ist nicht die einzige Bedrohung, die über einem Ferienort mit internationalem Publikum wie Courchevel schwebt. Auch der Brexit und die globale Klimaerwärmung geben Anlass zur Sorge. Ein Hoffnungsschimmer: Der Skiweltverband hat von der Regierung grünes Licht für die Austragung der zwei Weltcup--Riesenslaloms der Damen am 12. und 13. Dezember hier in Courchevel bekommen."