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"Noch lange nicht über den Berg": RKI informiert zur Corona-Lage in Deutschland

RKI-Chef Lothar H.Wieler auf einer Pressekonferenz
RKI-Chef Lothar H.Wieler auf einer Pressekonferenz   -   Copyright  Michael Sohn/AP
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Bei der wöchentlichen Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat Lothar Wieler, Chef des RKI, von einer weiterhin "ernsten (Corona-)Lage" in Deutschland. Zwar zeichne sich eine Stabilisierung der Neuinfektionszahlen aus, jedoch auf einem sehr hohen Niveau.

"Wir sind noch lange nicht über den Berg", erklärte Wieler. Die Belastung für Kliniken und Gesundheitsämter sei weiterhin extrem hoch. Das Gesundheitssystem sollte möglichst länger überfordert werden, damit Erkrankte ausreichend behandelt werden könnten.

Dennoch: die Kapazitäten vieler Gesundheitsämter sind erschöpft, und viele der sogenannten Kontaktpersonen würden erst viel zu spät informiert, wie Ute Rexroth vom Corona-Lagezentrum des Robert-Koch-Instituts erklärte.

Man könne schon lange nicht mehr alle Fälle verfolgen, daher gehe man von einer hohen Dunkelziffer der Infizierten aus. Man gehe von einer Zahl aus, die vier bis fünf Mal höher liegt als die gemeldeten Zahlen, so das RKI.

Wieler: "Alltagsmasken tragen - aber bitte richtig, über Mund und Nase"

Die derzeitigen Maßnahmen seien der richtige Weg, um das Level auf ein Niveau zu bringen, das besser zu managen ist. Ziel sei nach wie vor, so wenige Neuinfektionen wie möglich zu haben. "Ich bin optimistisch, dass, wenn wir nächste Woche hier sitzen, die Zahlen runtergegangen sind. Versprechen kann ich das nicht", so Wieler. Er sei aber optimistisch, "ich bin ja Rheinländer".

Er betonte erneut die Wichtigkeit der Einhaltung der AHA+L Regeln. Er appellierte an alle, weiterhin Kontakte zu reduzieren, um Ansteckungen zu vermeiden. "Wir dämmen dieses Virus gemeinsam ein. Wir sind der Damm - und in diesem Monat ein sehr hoher", so Wieler.

Impfstoff: "Waffe gegen die Pandemie"

Die Impfstoff-Zulassung bezeichnete Wieler als "ermutigend". Sobald ein Impfstoff zugelassen wird, sei man besser in der Lage, die Pandemie zu kontrollieren. Diese "Waffe gegen die Pandemie" stimme ihn "hoffnungsfroh".

Wieler unterstützt die Entscheidung, Kitas und Schulen offen zu halten - es gebe Empfehlungen für diese Einrichtungen "die funktionieren". Wenn diese entsprechend umgesetzt würden, könne man "das Geschehen in den Schulen kontrollieren"

22.609 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden

An diesem Donnerstag hatten die Gesundheitsämter dem RKI 22.609 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 5.000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland stieg um 251 auf insgesamt 13.370