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Europa hofft auf Schwung im US-Handel unter Biden

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Europa hofft auf Schwung im US-Handel unter Biden
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Ein maßgeschneiderter Anzug - bestellt im Internet.

Das mag sich wie ein Widerspruch anhören, doch die italienische Firma Lanieri hat damit Erfolg.

Ein paar Klicks, ein Beratungsgespräch per Video, und schon kann das gewünschte Teil angefertigt werden.

100 Prozent Made in Italy.

Und Amerikaner scheinen verrückt danach zu sein.

Man betreibe war keine Boutique in den USA, doch habe man ein Youtube-Video, dass zeige, wie einfach es sei, seine eigenen Maße zu Hause zu nehmen und dann binnen Wochen den fertigen Anzug bekommen, sagt Claudio Verdarelli von Lanieri in Brüssel.

Lanieri hat mehr als tausend Kunden in Übersee. In Zeiten writschaftlicher Krise kann das schon einen großen Unterschied machen.

Das Geschäftsmodell sei sehr wichtig, denn auf diese Weise könne man einen globalen Markt bedienen, so Verdarelli.

Selbst wenn das Geschäft in Italien heimisch sei, seien die USA mittlerweile der viertgrößte Markt.

Trotz der Konjunkturkrise und der Strafzölle auf EU-Güter der scheidenden Trump-Regierung haben europäische Exporte in die USA in den vergangenen zehn Jahren zugenommen.

Graphic: eurostat data 2019

Im vorigen Jahr beliefen sie sich auf knapp 390 Milliarden Euro.

Umgekehrt wurden US-Waren im Wert von rund 230 Milliarden Euro in Europa verkauft.

Während der Quarantäne im Frühjahr waren einige europäische Exportbranchen besonders aktiv.

In den vergangenen 18 Monaten seien Pharma- und Gesundheitsprodukte sehr gefragt gewesen, so Lucio Miranda, Direktor der mittelständischen Handelsvereinigung ExportUSA.

Dagegen habe es bei Aluminium, Stahl und Automobilen wegen der Trump-Strafzölle einen Rückschlag gegeben, der nicht zu leugnen sei.

Zu den am meisten exportierten Produkten gehören Industriemaschinen.

Und dieser Markt könnte noch wachsen, denn der gewählte US-Präsident Joe Biden plant massive Infrastrukturinvestitionen in Brücken, Flughäfen und Straßennetze.

Die in diesem Zusammenhang genannten Zahlen schwankten zwischen 2000 Milliarden Dollar und sogar 5000 Milliarden über zehn Jahre.

Ein solch massives Programm könne von US-Unternehmen allein nicht bewältigt werden, meint Miranda.

Ob schweres Gerät, ob Mode - die Aussichten für europäische Exporteure in den USA sind positiv.

Für Lanieri ist die Herausforderung einstweilen, die aktuellen Online-Kunden zu befriedigen.

Weitere Quellen • Susan Dabbous