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Kein Durchbruch: Brexit-Verhandlungen werden Sonntag fortgesetzt

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Von euronews
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Kein Durchbruch: Brexit-Verhandlungen werden Sonntag fortgesetzt
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Die Verhandlungen über einen Handelspakt zwischen der EU und Großbritannien werden trotz großer Differenzen fortgesetzt. Das teilten beide Seiten am Samstagabend nach einem Gespräch zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Großbritanniens Premierminister Boris Johnson mit. Beide wollen Montag weiter verhandeln. Die Unterhändler in Brüssel wollen die Gespräche morgen wieder aufnehmen.

Sollte es keine Einigung geben, droht mit dem Ende der Übergangsfrist nach dem Brexit zum 1. Januar Chaos an den Grenzen und in den Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU.

Angst in Gibraltar

Unterdessen steigt die Furch vor einem No-Deal-Szenario auch in Gibraltar: Die Wirtschaft in der britischen Enklave in Südspanien ist angewiesen auf die 10 Millionen BesucherInnen, die normalerweise jährlich durch die Straßen bummeln. Außerdem ist die Felsenhalbinsel auf Lebensmittelimporte aus dem Festland angewiesen.

Angesichts der vielen Ungewissheiten könne man nicht davon ausgehen, dass alles so bleibe wie bisher, so Regierungschef Fabian Picardo. Bei einem Notfallplan gehe es nur darum, die grundlegendsten Dinge sicherzustellen. Das Leben werde sich radikal zum Schlechten verändern, wenn es keine Einigung gebe und das nicht nur für die Menschen auf Gibraltar.

Händler fürchten um ihre Existenz

Die Verwaltung arbeitet deswegen mit Spanien an einem eigenen Abkommen, das einen einigermaßen flüssigen Grenzverkehr ermöglichen soll.

Die HändlerInnen in den Straßen Gibraltars fürchten derweil um ihre KundInnen und ihre Existenz. "Mit einer geschlossenen Grenze oder mehr Kontrollen, dauert es pro Person ungefähr 10 bis 15 Sekunden, um die Papiere zu überprüfen, was zu kilometerlangen Schlangen führen wird", so der Juwelier Prem Mahtani. "Das wird die Menschen davon abhalten, nach Gibraltar zu kommen."

Die Frage ist auch, was ein ungeregelter Brexit für die 15.000 PendlerInnen bedeutet, die täglich zum Arbeiten nach Gibraltar kommen. Mit Grenzstaus und wirtschaftlichen Problemen könnte sich auch die Haltung der Menschen in Gibraltar zu einer Zugehörigkeit zu Spanien verändern: Bisher waren sie klar pro-britisch, doch wenn das Leben zu kompliziert wird und die Wirtschaft leidet, könnten Madrids Bemühungen um eine Wiedererlangung der Halbinsel erfolgreicher werden.