Gibraltar - der Felsen zwischen den Stühlen

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Hängepartie zwischen "Brexit" und spanischen Gebietsansprüchen - der Regierungschef der britischen Kronkolonie will Gibraltar für den schlimmsten Fall eines "Brexit" ohne Austrittsabkommen fit machen

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Den "Brexit" wollten sie nicht, und schon gar nicht den “Gibral-Exit”: Die Mehrheit der rund 34.000 Einwohner Gibraltars empfindet sich als Europäer. Aber zu Spanien, das sich das britische Gebiet seit 200 Jahren einverleiben will, wollen die meisten auch nicht. Mit dem "Brexit" hat sich der Streit verschärft und auch der Ärger der proeuropäischen Bevölkerung, zum Beispiel über den regelmäßigen Wartestress an der der Grenze. Das Schlimmste: Die jahrelange Unsicherheit, wie es weitergeht.

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Fabian Picardo, Regierungschef (Chief Minister):

"Wenn Sie sich andere Kleinstaaten in Europa ansehen – die nutzen die Vorteile der Reisefreiheit des Abkommens von Schengen, auch wenn sie nicht vollständig Teil des Schengener Informationssystems sind. Die Bewohner können sich fließend zwischen den Gebieten der Europäischen Union und ihren Mikrostaaten bewegen. Würde es für die Europäische Union Sinn machen, dass 2,5 Quadratkilometer an der südlichsten Spitze der iberischen Halbinsel für europäische Bürger nicht zugänglich sein sollen? Ich meine nicht."

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Die Menschen in Gibraltar haben eine komplexe Identität entwickelt - Man sehe sich als Briten, die Zukunft Gibraltars liege aber in der EU, sagte mal der Politiker Joseph García, stellvertretender Chefminister Gibraltars – daran habe sich sich auch nach dem Referendum nichts geändert. Gibraltar war beim "Brexit"-Referendum 2016 der Stimmbezirk mit dem höchsten Stimmanteil für einen Verbleib in der EU: 95,9 Prozent waren für den Verbleib in der Europäischen Union (19.322 Stimmen), 4,1 Prozent für den "Brexit" (823 Stimmen) – bei einer Wahlbeteiligung von 83,5 Prozent.

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Fabian Picardo über die Gebietsansprüche der spanischen Nachbarn:

"Im Moment reift Spanien mehr und mehr zu einer modernen europäischen Demokratie. Da muss es das Konzept hinter sich lassen, dass es die Souveränität von Gibraltar über die Köpfe der Menschen hinweg an sich reißen kann, ohne dass die Menschen in Gibraltar in diesem Prozess konsultiert werden."

Picardos Sozialdemokraten hatten im vergangenen Oktober die Parlamentswahl gewonnen – mit dem Versprechen, die Halbinsel systematisch auf den für sie schlimmsten Fall vorzubereiten – einen „Brexit“ ohne Austrittsabkommen.

su mit AFP

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