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Massentests in Österreich: Wie "Fischen im Trüben"

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Massentests in Österreich: Wie "Fischen im Trüben"
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Immer mehr Länder Europas setzen auf Corona-Massentests - wie zum Beispiel Österreich, wo die Teilnahme am ersten Testwochenende eher ernüchternd war: In einigen Regionen meldete sich nur ein Drittel der Bevölkerung zu den freiwilligen Tests.

Grund waren vielleicht auch die zahlreichen IT-Pannen bei der Online-Anmeldung. "Manche Stunden lang musste ich es probieren, bis ich bei der Testanmeldung reingekommen bin, um dann festzustellen, dass in dem Testort schon alle Termine weg sind", berichtet eine frustrierte Testkandidatin.

Dabei sollen die landesweiten Massentests rechtzeitig vor Weihnachten ein erneutes Ansteigen der Infektionen während der Feiertage verhindern, so zumindest der Plan des Gesundheitsministers Rudolf Anschober: "Dass wir Menschen erkennen können, die infiziert sind, ohne dass sie es merken, die keine Symptome haben."

Antigen-Schnelltests sind fehleranfällig

Die verwendeten Antigen-Schnelltests sind jedoch fehleranfällig. Positive Ergebnisse werden deshalb mit dem PCR-Verfahren nachgetestet.

Noch vor Österreich hatte die Slowakei begonnen, landesweite Massentests durchzuführen. Für Aufsehen sorgte aber, als Bratislava die dritte Testrunde plötzlich absagte.

Laut Thomas Szekeres, Präsident der österreichischen Ärztekammer, ist der Massentest trotzdem eine wichtige Maßnahme. "In der Slowakei hat das zweimal sehr gut funktioniert, und ich glaube, eine dritte Testrunde wurde dann verschoben aufgrund von politischen Konflikten."

Nicht nur Konflikte, sondern auch Ungewissheit. Simulationsexperte Niki Popper meint, in der Slowakei sei unklar, ob der Lockdown oder das Massentesten die Infektionszahlen verringert hat.

Bei solchen Maßnahmen geht es immer auch darum, welche Menschen erwische ich und das ist sozusagen ein bisschen das Fischen im Trüben."
Niki Popper
Simulationsexperte

Bei solchen Maßnahmen geht es immer auch darum, welche Menschen erwische ich und das ist sozusagen ein bisschen das Fischen im Trüben." Simulationsexperte Niki Popper

"Nicht sehr fokussiert"

"Der Massentest ist jetzt nicht das, wo die Wissenschaft sagen würde, das ist jetzt unser erstes Ding, was wir machen wollen würden. Warum? Weil es nicht sehr fokussiert ist, natürlich. Bei solchen Maßnahmen geht es immer auch darum, welche Menschen erwische ich und das ist sozusagen ein bisschen das Fischen im Trüben."

Bei einem sind sich alle Experten einig: Damit Massentests effektiv sind, müssen sie wiederholt werden. In Österreich ist das erneute Durchtesten der Bevölkerung für Anfang Januar geplant.