Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Pattsituation löst sich auf: Sozialdemokraten liegen laut 1. Hochrechnung vorn

euronews_icons_loading
Auch Journalisten im Bukarester Hauptquartier der Regierungspartei PNL fehlte in der Wahlnacht noch der Durchblick
Auch Journalisten im Bukarester Hauptquartier der Regierungspartei PNL fehlte in der Wahlnacht noch der Durchblick   -   Copyright  Andreea Alexandru/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Schriftgrösse Aa Aa

Nach der Parlamentswahl in Rumänien steuert die bürgerliche Regierungspartei PNL auf einen Machtverlust zu.

Die oppositionelle sozialdemokratische Partei PSD liegt laut einer ersten Hochrechnung von Montagvormittag im Abgeordnetenhaus mit knapp 30 Prozent der Stimmen vorn. Die PNL von Ministerpräsident Ludovic Orban folge als zweitstärkste Kraft mit gut 24 Prozent.

Prognosen zweier Meinungsforschungsinstitute hatten zuvor beide Großparteien bei Stimmenanteilen zwischen 28 und 32 Prozent gesehen.

Eine absolute Mehrheit liegt also für beide Parteien in weiter Ferne. Trotzdem gab sich Orban in der Wahlnacht optimistisch: "Wenn wir mögliche Abweichungen und unsere Bewertungen zu Grunde legen, so vertritt unsere Partei die Ansicht, dass sie diese Wahlen gewonnen hat."

Orbans Rivale Marcel Ciolacu, Chef der PSD, betrachtete den Wahlausgang aus einem anderen Blickwinkel: "Die Rumäninnen und Rumänen, die wählen gegangen sind, haben dies getan, obwohl sie um ihr Leben fürchteten. Sie haben verstanden, dass es für die Regierung Orban an der Zeit ist, nach Hause zu gehen."

Historisch geringe Wahlbeteiligung

Die erste Hochrechnung erstellte das Zentrale Wahlbüro auf der Basis von 62 Prozent ausgezählter Stimmzettel.

Fest steht jedoch bereits, dass es eine historisch niedrige Wahlbeteiligung gab. Nach Angaben des Wahlbüros in Bukarest machten nur rund 32 Prozent der Wählerinnen und Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Das entspricht der niedrigsten Beteiligung seit dem Fall des Kommunismus 1989.

Orban führt seit dem vergangenen Jahr eine Minderheitsregierung. Seine Popularität hat stark unter der Coronavirus-Pandemie gelitten. Das Virus hat inmitten des schlimmsten Wirtschaftseinbruchs seit drei Jahrzehnten bereits mehr als 12.000 Rumänen das Leben gekostet.

Der Sozialdemokrat Ciolacu erklärte, die Rumänen hätten gezeigt, dass ein Wandel notwendig sei. Seine Partei könnte jedoch Mühe zu haben, Koalitionspartner zu finden.