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Zuversicht und Vorsicht: Wie schnell soll das Impfen beginnen?

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Zuversicht und Vorsicht: Wie schnell soll das Impfen beginnen?
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Enttäuschung bei Sanofi und GlaxoSmithKline: Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus verzögert sich. Wie die Pharmaunternehmen mitteilten, haben Tests gezeigt, dass die Wirkung bei über 60-Jährigen unzureichend sei. Damit ist der Impfstoff frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar. Die Verzögerung könnte die Impfung von ausreichend Menschen beeinflussen, die weltweit nötig ist, um die Pandemie zu beenden. Derzeit gelten vier Impfstoffe als wirksam. Die EU-Spitzen versprachen, für eine gerechte Verteilung sorgen zu wollen.

Alle in der EU beginnen gleichzeitig mit dem Impfen

Dazu erklärte die deutsche Kanzlerin, die derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, in Brüssel nach dem Gipfeltreffen: "Wir haben darüber gesprochen, dass es sehr wichtig ist, dass die Impfstoffe koordiniert ausgeliefert werden, also bei allen zum gleichen Zeitpunkt ankommen. Ob man das in 27 Mitgliedsstaaten auf die Stunde genau machen kann, dass die Nadel in der gleichen Sekunde sticht, das weiß ich nicht. Aber dass wir das sehr koordiniert machen wollen und zeigen wollen, dass wir alle gleichen Zugang zum Impfstoff haben, das haben wir uns schon vorgenommen."

Am 1. Januar übernimmt Portugal die EU-Ratspräsidentschaft. Ministerpräsident Antonio Costa geht davon aus, dass der Impfstoff von Biontech-Pfizer am 29. Dezember von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen wird - und dass der 5. Januar der erste Impftag in der EU sein wird.

Biontech-Pfizer Impfstoff in den USA kurz vor Zulassung

In den USA könnte der von Pfizer und BionTech entwickelte Impfstoff bald zugelassen werden. Ein G remium, das die US-Arzneimittelbehörde FDA berät, empfahl die Bewilligung. Die Behörde muss diesem Votum jedoch nicht folgen.

Australien schottet sich weiterhin ab

Unterdessen gab die australische Regierung bekannt, sie wolle keine vorschnelle Zulassung eines Impfstoffs. Man wolle damit das Vertrauen stärken. Die Entwicklung eines eigenen Präparats wurde gestoppt, nachdem ProbandInnen fälschlicherweise positiv auf HIV getestet wurden.

Australiens Premierminister Scott Morrison, der sein Land seit Beginn der Pandemie abgeschottet hat, sagte: "Die Entscheidung, die wir getroffen haben, sollte den AustralierInnen die Sicherheit geben, das wir vorsichtig vorgehen. Wir gehen schnell, aber nicht mit unangebrachter Eile vor."

Doch Zusammenarbeit mit Russland?

Der britisch-schwedische Konzern Astra Zeneca und Russland gaben bekannt, eine Kombination aus ihren beiden Impfstoffen testen zu lassen. Der russische Impfstoff Sputnik V wird in Russland bereits eingesetzt. Im Westen war die rasche Zulassung noch vor Abschluss der letzten Testphase kritisch beäugt worden.

In Russland wird der Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" - das V steht für "Victory" und wird Englisch ausgesprochen - bereits eingesetzt.