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Streit um Fall Verbier - riskieren die Schweizer Kantone unsere Gesundheit?

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Schweizer Behörden streiten sich um die Durchsetzung der Quarantäneauflagen.
Schweizer Behörden streiten sich um die Durchsetzung der Quarantäneauflagen.   -   Copyright  Jean-Christophe Bott/AP
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Die 200 aus der Corona-Quarantäne geflohenen Skitouristen aus Großbritannien werden in der Schweiz zu einem Politikum.

Der Kanton Wallis und das Bundesamt für Gesundheit geben sich gegenseitig die Schuld dafür, dass die Briten unerlaubt den Skiort Verbier verlassen konnten und streiten sich öffentlich über den Fall.

Das Bundesamt für Gesundheit wirft der Kantonsverwaltung vor, die Quarantäneauflagen nicht durchgesetzt zu haben. Der Regierungspräsident des Kantons Wallis, Christoph Darbellay, sagt, das Schweizer Bundesamt für Gesundheit habe die Liste mit den Passagierdaten der britischen Skitouristen viel zu spät an die Behörden vor Ort weitergeleitet. Es sei alles unternommen worden, was in der Situation möglich gewesen sei. Die Walliser Regierung kündigte Maßnahmen und eine Untersuchung des Falls an.

Die Schweizer Behörden hatten aus Angst vor dem aggressiveren, mutierten Corona-Virus aus Großbritannien eine rückwirkende Quarantäne für Touristen aus dem Land angeordnet. Alle ab dem 14. Dezember eingereisten Briten dürfen zehn Tage nach ihrer Ankunft ihre Hotelzimmer nicht verlassen.

Briten als asoziale Superspreader beschimpft

In den sozialen Medien werden die Briten von Landsleuten als Nestbeschmutzer und asoziale Superspreader beschimpft, die gar nicht in den Winterurlaub hätten fahren dürfen.

Das örtliche Fremdenverkehrsamt zeigt mehr Verständnis für die Regelbrecher. Es sei schwierig, als Familie mit kleinen Kindern zehn Tage in einem Hotelzimmer zu bleiben.

Simon Wiget, Direktor des Fremdenverkehrsamt Verbier: "Wir haben Leute hier in Verbier, die ihre Quarantäne ganz normal einhalten und eine Menge Leute, die bereits ihre Quarantäne beendet haben und jetzt frei von Regeln sind."

Außerdem stellt Simon Wiget richtig, dass für einen Teil der 200 Touristen die Quarantäne am 24. Dezember bereits beendet war.

Seit dem 24. Dezember können britische Touristen nach Hause zurückkehren, wenn sie die Quarantäne nicht in der Schweiz verbringen wollen. Dafür müssen sie die örtlichen Behörden über ihre Absichten, den Reiseweg und das Transportmittel informieren.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit kritisiert, dass die Kantone die Quarantäneauflagen besser durchsetzen müssen. Die Kantone wiederum fürchten um die Skitouristen in ihren Wintersportgebiete.

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