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"Ben" und "Emma" nicht mehr populärste Vornamen in Deutschland

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Von Cornelia Trefflich  mit dpa
Baby umklammert Finger eines Erwachsenen
Baby umklammert Finger eines Erwachsenen   -   Copyright  Michal Jarmoluk via Pixabay

Nach neun Jahren an der Spitze der beliebtesten Vornamen hat "Noah" "Ben" abgelöst. 2020 wurden die meisten neugeborenen Jungen "Noah" benannt, gefolgt von "Ben" und "Matteo". Bei den Mädchennamen haben "Mia", "Emilia" und "Hannah" die Topplätze belegt und den bisherigen Top-Namen "Emma" abgelöst.

Das geht aus der Statistik des Vornamen-Spezialisten Knud Bielefeld hervor. Er hat rund 23 Prozent aller 2020 in Deutschland vergebenen Babynamen ausgewertet. Es sei in diesem Jahr bis zur letzten Sekunde ein Kopf-an-Kopf-Rennen gewesen, so der Experte. "In den meisten Vorjahren wusste ich im Frühjahr schon, wer Nummer eins wird, weil die führenden Namen schon einen großen Abstand übers Jahr ausgebaut hatten." Nicht so in diesem Jahr.

Lediglich der Wechsel an der Spitze der Namensliste hätte sich abgezeichnet. Letztendlich hätten es aber mehrere Vornamen an die Spitze schaffen können. Denn gerade Namen wie "Emilia" oder "Matteo" seien in den vergangenen Jahren immer häufiger vergeben worden.

Eine Vorhersage über die am meisten vergebenen Vornamen 2021? "Ich rechne nächstes Jahr damit, dass Matteo und Emilia auf Nummer eins stehen, wenn sich der Aufwärtstrend so weiter fortsetzt", sagt Bielefeld.

Unter den Top10 Jungennamen befinden sich zudem "Finn", "Leon", "Elias", "Paul", "Henry", "Luis" und "Felix", bei den Mädchennamen sind es "Emma", "Sophia", "Lina", "Ella", "Mila", "Clara" und "Lea".

Besonders Vornamen aus dem angelsächsischen und skandinavischen Raum erfreuten sich großer Popularität, genauso wie ältere deutsche Namen, darunter "Emil", "Anton", "Paul", "Emma" und "Anna". Im Bundesland Sachsen liegen "Gerda" und "Kurt" im Aufwärtstrend. Eine Erklärung dafür hat der Experte nicht.

Ein Name, den Eltern 2020 nicht vergaben war "Corona". Dennoch: bei der Auswertung der populärsten Vornamen musste sich der Experte "coronabedingt" anders bei der Beschaffung seiner Daten helfen. Anstatt wie üblich sowohl amtliche Meldungen als auch Fotogalerien von Krankenhäusern auswerten musste Bielefeld in diesem Jahr wesentlich häufiger auf die Daten der Standesämter zurückgreifen.

Für die Statistik hat Bielefeld Daten aus 465 Orten ausgewertet. Sie entsprechen etwa 23 Prozent aller im Jahr 2020 geborenen Kinder. Eine ähnliche Statistik mit nach eigenen Angaben rund 90 Prozent aller Daten von den Standesämtern gibt auch die Gesellschaft für Deutsche Sprache heraus. Sie hatte in einer Prognose Mitte Dezember Emil und Lena mit den besten Chancen für die vorderen Plätze bundesweit gesehen.