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Debatte über #Klarnamen im Internet: Die Argumente dafür und dagegen

Schützen Pseudonyme Menschen im Internet oder ebnen sie den Weg für Hass und Hetze?
Schützen Pseudonyme Menschen im Internet oder ebnen sie den Weg für Hass und Hetze?   -  
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Hannah Wei/Unsplash
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Es ist eine Debatte, die immer wieder aufflammt, von einigen wird sie schon "Polit-Zombie" genannt: Sollten Nutzer auf Facebook, Twitter, YouTube und Co. mit ihrem echten Namen auftreten? Am Wochenende erneuerte der Präsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Schäuble, seine Forderung nach einer sogenannten Klarnamenpflicht.

Während die Details dazu, wie ein solches Gesetz durchgesetzt werden könnte, bisher unklar sind, teilen zahlreiche Menschen, darunter Netzaktivisten und Politiker, ihre Meinung zu dem Thema im Netz.

Auf der einen Seite der Diskussion stehen Datenschutzbedenken, Sorgen um das Recht auf freie Meinungsäußerung und der Schutz der Person im Vordergrund. Befürworter von Klarnamen möchten die Anonymität, deren Deckmantel einige Nutzer für die Verbreitung von Hass und Hetze nutzen, einschränken.

"Ich bin für eine Klarnamenpflicht in den sozialen Netzwerken und unterstütze alle Vorschläge der Bundesjustizministerin, um Regeln und Transparenz auch in der digitalen Welt durchzusetzen", sagte Schäuble in einem Zeitungsinterview am Wochenende. Auch die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer foderte zuletzt, dass Internetnutzer unter ihrem echten Namen auftreten.

Der digitalpolitische Sprecher der SPD Bundestagsfraktion, Jens Zimmerman, sprach sich gegen eine Pflicht für Klarnamen aus. Auf Twitter sagte er, das Problem sei vielmehr die Strafverfolgung derjenigen, die im Internet hetzen, als die Anonymität, die das Internet ihnen bietet: "Kampf gegen Hass und Hetze scheitert an konsequenter Verfolgung und genügend Personal".

Versehen mit dem Hashtag #Klarnamenpflicht ist die Diskussion auf Twitter entflammt: Wir fassen zusammen, welche Argumente Befürworter und Gegner anführen.

DAFÜR

Für viele Berufe ist Klarnamenpflicht an der Tagesordnung.

"Gesicht zeigen heißt Namen zeigen", meint der britisch-deutsche Journalist Alan Posener. Sein Kommentar zu Hass im Netz in der Zeitung Die Welt trägt den Titel "Wir sind nicht Burka, also weg mit den Internet-Pseudonymen"

Die Journalistin Sibel Schick weist darauf hin, dass vor allem Minderheiten im Internet diskriminiert werden. In einem Kommentarstück bezweifelt Ayesha Khan dennoch, ob die Klarnamenpflicht daran etwas ändern würde.

Gert Postel sieht einige Berufsgruppen gefährdet, ist aber generell für eine Pflicht, sich namentlich in den sozialen Medien zu erkennen zu geben.

DAGEGEN

Im Jahr 2009 entschied der Bundesgerichtshof, dass bei einer Pflicht, sich namentlich zu einer bestimmten Meinung zu bekennen das Gefahr zur Selbstzensur birgt.

Haben Herr Schäuble und Frau Kramp-Karrenbaur vielleicht das Internet nicht verstanden?

Kompromissangebot: Gibt es eine Alternative zu Klarnamen, bei der die Identität überprüft wird, aber es dennoch ermöglicht, mit Pseudonym aufzutreten?

Der Hass von rechter Seite des Politspektrums spielt bei vielen Gegnern der Klarnamenpflicht eine wichtige Rolle.

Die Gefahr vor Datenlecks und Hacking ist eine große Sorge.

Der Landesvorsitzender der Jungen Liberalen (FDP) Matti Karstedt erinnert an die lange Tradition von Pseudonymen.

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