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Covid-19 in Europa: Alle lockern ein bisschen - außer Schweden

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Ehepaar mit Katze verfolgt TV-Ansprache von Macron
Ehepaar mit Katze verfolgt TV-Ansprache von Macron   -   Copyright  Pascal POCHARD-CASABIANCA / AFP
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen vorsichtigen Ausstieg aus dem Lockdown angekündigt. So dürfen die Geschäfte - unter strengen Auflagen - ab dem kommenden Wochenende wieder öffnen. Die Ausgangssperre wird erleichtert. Statt nur einen Kilometer dürfen die Bürgerinnen und Bürger sich 20 Kilometer und drei Stunden lang von ihren Wohnungen entfernen, um spazieren zu gehen oder draußen zu joggen.

Mehr als 50.000 Tote durch Covid-19 in Frankreich

In Frankreich sind jetzt mehr als 50.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. In den vergangenen Tagen war die Zahl der Neuinfektionen deutlich zurückgegangen. An diesem Dienstag wurden 9.155 positive Tests binnen 24 Stunden verzeichnet. Das eigentliche Ziel des Lockdown der französischen Regierung war es, die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf 5.000 zu senken.

4.289 PatientInnen und Patienten befinden sich derzeit mit Covid-19 auf Intensivstationen.

Weitere Lockerungen, wenn die Lage es erlaubt

Die Lockerung des Lockdown besteht unter Bedingungen. So gilt in Frankreich eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 7 Uhr, die nur am 24. Dezember - also an Weihnachten - und am 31.12. - also für Silvester - aufgehoben werden soll.

Frankreich sei ein Land, in dem sehr viel getestet werde, erklärte Emmanuel Macron in seiner TV-Ansprache, in der er den Französinnen und Franzosen - besonders denen, die in Gesundheitsberufen arbeiten - dankte. Er forderte die Menschen auf, keinen Verschwörungstheorien zu erliegen, sondern sich strikt an die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu halten.

"Impfungen bleiben freiwillig"

Emmanuel Macron erklärte, die Impfungen würden auf freiwilliger Basis organisiert.

Tatsächlich stehen Französinnen und Franzosen in Umfragen den Impfstoffen gegen das Coronavirus sehr skeptisch gegenüber.

Plan für junge Leute in der Krise

Der Präsident kündigte einen Plan für junge Leute an, die bisher wegen der Pandemie weder ein Praktikum noch einen Arbeitsplatz gefunden haben. Jeder und jedem solle im Plan "Un jeune, un emploi" ("Ein Jugendlicher, eine Stelle") ein Angebot gemacht werden.

"Überfällig": Lockerung der Quarantäne-Regelung in England

Großbritannien kündigte eine Lockerung der Corona-Quarantäneregeln für Einreisende aus Risikogebieten an. Ab Mitte Dezember wird es möglich sein, schon nach fünf Tagen auf eigene Kosten einen Corona-Test zu machen und nach negativem Ergebnis die Wohnung zu verlassen.

Bislang mussten sich alle Einreisenden aus Risikogebieten verpflichtend 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Auch Deutschland gilt derzeit für Großbritannien als Risikogebiet.

Die Reisebranche begrüßte die Regelung, beschrieb sie aber als "überfällig". Viele andere Staaten, darunter auch Deutschland, ermöglichen bereits seit längerem, die Quarantäne nach der Einreise durch einen Corona-Test abzukürzen. In Nordrhein-Westfalen hatte zuletzt sogar ein Gericht die Quarantäne-Regeln gekippt und sie als unwirksam zur Bekämpfung der Pandemie bezeichnet.

Schweden zieht die Schrauben an

Im bislang eher freizügigen Schweden hingegen gelten seit diesem Dienstag neue Einschränkungen: nur noch maximal acht Menschen dürfen sich im öffentlichen Raum versammeln.

Bislang lag die Obergrenze bei 50 Personen. Die neue Anordnung soll bis kurz vor Weihnachten gelten. Geschäfte sowie Restaurant und Bars blieben offen. Für Beerdigungen gilt eine Obergrenze von 20 Personen. Bereits seit einigen Tagen dürfen Kneipen und andere Lokale nach 22.00 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen.

Das skandinavische Land mit seinen rund 10,3 Millionen Einwohnern hat bislang mehr als 208 000 Infektionsfälle und mehr als 6400 mit dem Coronavirus in Verbindung stehende Todesfälle registriert. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen zwei Wochen ist auf die Bevölkerung heruntergerechnet fast doppelt so hoch gewesen wie in Deutschland.

Lockerung in Südtirol nach Massentest

Italien verzeichnete am Dienstag einen neuen Höchstwert bei den Corona-Toten. Mehr als 850 Menschen starben innerhalb eines Tages, wie das Gesundheitsministerium bekannt gab.

Insgesamt gibt es in Italien - ebenso, wie in Frankreich - mehr als 50.000 Corona-Tote seit Ausbruch der Pandemie.

Dagegen fiel die Zahl der Neuinfektionen mit etwa 23 200 geringer aus, verglichen mit dem Wert sieben Tage zuvor (rund 32 200). Seit Beginn der Pandemie wurden rund 1,455 Millionen Corona-Fälle erfasst.

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern gelten weiter für den Großteil strenge Ausgangsbeschränkungen. Acht Regionen, darunter Bozen-Südtirol, sind den Roten Zonen zugeordnet.

Die Regierung in der autonomen Provinz an der Grenze zu Österreich hat jedoch Lockerungen beginnend ab dem kommenden Montag angekündigt. Die Einigung folgte auf Grundlage des zuletzt durchgeführten Corona-Massentests, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Schüler der ersten Mittelschule sollen wieder zum Präsenzunterricht dürfen. Auch Friseurbesuche sind dann wieder erlaubt.