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Irlands MP: Brexit war historische Fehlentsheidung

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Irlands MP: Brexit war historische Fehlentsheidung
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Irland kämpft derzeit gegen eine doppelte Krise: Brexit und Covid.

Der britische Austritt aus der EU stellt Irland vor große Handelsprobleme - das mit heißer Nadel gestrickte Abkommen, das London und Brüssel Weihnachten geschlossen haben, lässt das offenkundig werden.

Der irische Ministerpräsident Micheal Martin hält Brexit nach wie vor für einen Fehler, vor dessen Folgeschäden, etwa der Verlust von zahlreichen Arbeitsplätzen, die EU stets gewarnt hat.

"Meine Ansicht ist immer gewesen, dass Brexit eine historische Fehlentscheidung war. Natürlich bedeutet Brexit nun Bruch und Spaltung, weil Großbritannien den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen hat.

Das hat Folgen für den Austausch von Produkten und Dienstleistungen, was niemals richtig verstanden worden ist.

In Großbritannien herrschte stets die Vorstellungen vor, man könne die EU einfach verlassen, aber immer noch den gleichen Marktzugang haben. Das stimmte natürlich nie."

Themenwechsel. Noch vor einem Monat hatte Irland die niedrigsten Covid-Zahlen in Europa. Doch nachdem einige Zwangsmaßnahmen um Weihnachten zurückgenommen wurden, ist die Pandemie heute 20 Mal schlimmer als Anfang Dezember.

Zugleich war der Beginn der Impfungen in Europa von Ungeduld und bitteren Vorwürfen unter den Mitgliedsstaaten begelitet. Deutschland wird vorgeworfen, den Geist der Solidarität gebrochen zu haben, indem es Millionen zusätzlicher Impfdosen beschaffte.

Martin erklärt, Alleingänge sollten nicht stattfinden.

"Ich glaube nicht, dass bilaterale Deals dem Geiste der Entscheidung des Europäischen Rats über die Federführung der EU-Kommission entsprechen. Wenn jedes Land diesen Weg wählte, dann wäre man leicht am Ende der Schlange für den Erwerb zusätzlicher Impfdosen."

Allgemein herrscht die Meinung vor, dass kein Land es alleine besser machen kann als die 27 zusammen.

Journalist • Stefan Grobe