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Nilpferd-Plage in Kolumbien: Forscher empfehlen die Tötung

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Von Euronews  mit dpa, El Tiempo
Flusspferde in Kolumbien
Flusspferde in Kolumbien   -   Copyright  AP Photo/Ivan Valencia

Eine Tötung der Nilpferde in Kolumbien sei vermutlich die einzige Möglichkeit, die Plage in den Griff zu kriegen, sagen Forscher. Die frei lebenden und vermehrungsfreudigen Tiere zerstören in dem lateinamerikanischen Land Felder, bringen das Ökosystem aus dem Gleichgewicht und Anwohner in Gefahr.

Es sind die Nachkommen von Pablo Escobars Nilpferden. Der Drogenbaron hatte vor mehr als drei Jahrzehnten vier Exemplare des afrikanischen Flusspferds illegal auf seine Hacienda Nápoles geholt. Zuletzt sind geschätzt zwischen 65 und 80 Tiere durch die Region gestreift.

Nun soll die massenhafte Ausbreitung der Hippos nach Ansicht von Forschern möglichst schnell gebremst werden - auch mit drastischen Mitteln. Es sei zu befürchten, dass sich die Tiere in größeren Teilen Kolumbiens niederlassen.

Die kolumbianischen Behörden müssten dringend handeln, um das Populationswachstum und die Ausbreitung der Flusspferde zu begrenzen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Biological Conservation".

Nachdem Escobar 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, verfiel die Hacienda Nápoles. Die Nilpferde zogen in die umliegenden Wälder und pflanzten sich dort fort. Weil sie auch Menschen angreifen, sind Maßnahmen wie Kastration und Sterilisation nicht nur aufwendig und offensichtlich wenig wirksam, sondern auch gefährlich.

"Die Option, sie zu töten, war immer auf dem Tisch", sagte der Biologe David Echeverry von der regionalen Umweltagentur Cornare CNN. "Allerdings ist es sehr schwierig, sich vorzustellen, dass dies im Moment passieren könnte." Die Bewohner hätten sich an die Nilpferde gewöhnt, sie seien eine Touristenattraktion geworden.

Ivan Valencia/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Für die Region inzwischen ein Tourismusfaktor: das NilpferdIvan Valencia/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

In gewisser Weise stehen die sogenannten Kokain-Hippos stellvertretend für das Erbe Escobars, den viele Kolumbianer zwar am liebsten vergessen würden.

Auch den Forschern scheint bewusst zu sein, dass ihre Empfehlungen schwer umzusetzen sind: Weil das Flusspferd eine sehr charismatische Art ist, sei der Ansatz der Tötung) nicht frei von Kontroversen, so die Wissenschaftler.

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