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Mehr als 24 Tote - es tobt der Protest in Kolumbien: Worum es geht

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Von Carmen Menéndez
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Proteste in Kolumbien
Proteste in Kolumbien   -   Copyright  LUSA
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In Kolumbien sind wieder Tausende auf die Straßen gegangen, gegen die Regierung Duque, gegen die massive Gewalt der Sicherheitsbehörden.

Tausende Protestierende sind in Kolumbien auf den Straßen - schon seit Tagen. In der Hauptstadt Bogota kam es bei erneuten regierungskritischen Protesten wieder zu gewalttätigen Zusammenstößen. Seit Beginn der Proteste vor acht Tagen wurden offiziell 24 Menschen getötet, mehr als 800 weitere wurden verletzt. Die genauen Zahlen variieren jedoch, die NGO Temblores berichtet von 31 Toten. Reporter ohne Grenzen meldete, dass 76 Journalist:innen angegriffen wurden, von denen 10 von Sicherheitskräften verletzt wurden.

Eine breite Allianz aus Studierenden, Gewerkschaften und Vertreter:Innen der indigenen Völker macht ihrem Unmut gegen die Regierung von Präsident Ivan Duque in ganz Kolumbien Luft.

Ich protestiere gegen die Brutalität der Polizei, für das Recht auf friedliche Demonstrationen in Kolumbien, gegen die Morde in Cali und Bogota und weil wir diese Regierung einfach leid sind.
Naya Parra
Menschenrechtsaktivistin

Die Kritik an der Regierung entzündet sich an der Gesundheitspolitik der Bildungs- und der Sicherheitspolitik. Präsident Ivan Duque wiederum macht die Drogenmafia für die Proteste verantwortlich.

Der extreme Vandalismus und der Terrorismus in den Städten wird von der Drogenmafia finanziert.Wir haben eine Sonderermittlungsgruppe gegen Vandalismus aktiviert, um uns auf die Anstifter der Gewalt zu konzentrieren. Wir haben wir eine Belohnung von bis zu 10 Millionen Pesos ausgesetzt für Hinweise, die zur Identifizierung und Ergreifung der Täter führen.
Iván Duque
Kolumbianischer Präsident

Die Proteste brachen am 28. April nach einem Aufruf durch das Nationale Streikkomitee aus, in dem Gewerkschaften, Indigene und viele zivilgesellschaftliche Institutionen organisiert sind. Die Vereinten Nationen, die EU, die USA und Menschenrechtsorganisationen rügten die Sicherheitskräfte wegen "exzessiver Gewaltanwendung".