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Mahnwache in Bogotá: Kerzenschein gegen Polizeigewalt

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Von Euronews mit dpa
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Eine Mahnwache für die Opfer von Polizeigewalt in Bogotá
Eine Mahnwache für die Opfer von Polizeigewalt in Bogotá   -   Copyright  Fernando Vergara/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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In Kolumbiens Hauptstadt Bogotá haben zahlreiche überwiegend junge Menschen mit einer Mahnwache gegen Polizeigewalt demonstriert.

Ein Ende der Protestwelle, bei der bereits mindestens zwei Dutzend Menschen ums Leben gekommen sind, ist auch nach der Rücknahme der umstrittenenen Steuerreform nicht in Sicht. Laut der Menschenrechtsorganisation Indepaz liegt die Zahl der Todesopfer sogar bei 31. 1200 Menschen seien verletzt worden.

Mittlerweile haben die Demonstrierenden ihr Protest-Spektrum erweitert. Sie wenden sich auch allgemein gegen soziale Ungleichheit sowie eine geplante Reform des Gesundheitswesens.

Demonstrant Julio meinte am Rande der Mahnwache:_ "Hier gedenken wir derer , die ihr Leben verloren haben und derer, die verschwunden sind, für Kolumbien, für die Zukunft dieser jungen Menschen, die für eine bessere Zukunft kämpfen wollen."_

Gespräche? Nur mit Duque

Die kolumbianische Regierung lud die Organisatoren der seit knapp anderthalb Wochen andauernden Proteste zu Gesprächen ein. Das Angebot wurde ausgeschlagen, weil die die Demonstrierenden nicht über Mittelsleute, sondern nur persönlich mit Präsident Ivan Duque reden wollen.

Die Regierung macht bewaffnete Gruppen von linksgerichteten Rebellen und Drogenhändlern für die Eskalation der Lage verantwortlich.

Die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die USA und Nichtregierungsorganisationen haben die kolumbianischen Sicherheitskräfte beschuldigt, exzessive Gewalt anzuwenden.

Neue Bedeutung bekommt in diesen Tagen die Sucheinheit für vermisste Personen UBPD, die eigentlich nach Personen fahndet, die in Zusammenhang mit dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg verschwunden sind. UBPD berichtete, dass seit dem Ausbruch der Proteste am 28. April 379 Personen vermisst werden.