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Britische Fischer beklagen schwere Einbußen durch die Folgen des Brexit

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Britische Fischer beklagen schwere Einbußen durch die Folgen des Brexit
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"Wenn wir gewusst hätten..."

Die britischen Fischer: Eigentlich gehören sie zu den großen Brexit-Befürwortern. Doch nach dem EU-Austritt ist ihr Fang weniger wert. Das macht nachdenklich. Manch ein Fischer hinterfragt inzwischen seine ursprüngliche Einstellung zum Brexit.

Simon Driver ist Fischer. Er sagt: "Wenn wir gewusst hätten, dass das passiert, wären die Dinge sicher anders gelaufen. Die Leute hätten anders abgestimmt, die Fischer hätten sich die Dinge in einem anderen Licht angesehen."

Simon Driver und sein Vater Dave stammen aus einer alten Fischerfamilie. Schon im 16 Jahrhundert warfen ihre Vorfahren vor der Küste Devons ihre Netze aus. Die heutige Fischereipolitik der EU war Dave und Simon Driver aber ein Dorn im Auge. Nun fühlen sie sich allerdings nicht von Brüssel, sondern von der eigenen Regierung.

"Sie haben nicht für uns gekämpft"

Dave Driver meinte: "Die haben dauernd behauptet, die Fischer hätten ein besseres Leben, mehr Fisch und die Kontrolle der Gewässer. Das hat viele dazu gebracht, für den Brexit zu stimmen. Aber so ist es nicht gekommen. Diese Leute, die gehofft hatten, dass sich die Lage der Fischerei verbessert, wurden belogen. Überall auf den Bussen in London hatten sie groß geschrieben, 'wir werden für die Fischerei kämpfen'. Dabei haben sie überhaupt nicht für uns gekämpft."

Neue Fangzertifikate und Zollerklärungen haben zu Verzögerungen an den Grenzen geführt. Käufer in der EU lehnen die Ware ab, da sie schlicht zu lange unterwegs ist.

Um noch über die Runden zu kommen, hat sich Ben Vass von zwei Mitarbeitern getrennt. Auch fängt er keinen Fisch mehr für den europäischen Markt, sondern Wellhornschnecken für den Export nach Asien.

Wir haben praktisch unseren gesamten Export-Markt verloren.
Ben Vass
Britischer Fischer

Er sagte: "Durch den Brexit ist es wirklich schwer für uns geworden, unsere Ware aus dem Land zu bekommen. Die gesamte EU hat ja eine Menge unseres Fischs gekauft. Das haben sie jetzt im Grunde gestoppt, da der Fisch beim Transport verdorben ist. Wir haben also praktisch unseren gesamten Export-Markt verloren."

Ungewisse Zukunft

Rund 12000 Menschen arbeiten auf britischen Fischerei-Booten. Viele stehen vor einer ungewissen Zukunft. Unter ihnen Nathan Daley. Er sagte: "80 Prozent unserer Verkäufe gingen in die EU, das ist jetzt vorbei. Unsere Preise sind gefallen, unser gesamter Fisch wird eingefroren. Es ist einfach übel und sinnlos im Moment."

Die Regierung sagt, sie arbeite eng zusammen mit der Fischereibranche und der EU, um die Probleme, die durch zusätzliche Bürokratie entstanden sind, zu lösen. Außerdem soll es finanzielle Hilfen für die betroffenen Fischereibetriebe geben.