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Polizist erschießt Flüchtlingskind: Urteil im Fall Mawda

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Polizist erschießt Flüchtlingskind: Urteil im Fall Mawda
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In Belgien sorgen Urteile im Fall Mawda für Aufregung: Ein Gericht im wallonischen Mons verurteilte den Polizisten, der 2018 versehentlich die zweijährige Kurdin Mawda erschoss, zu einer einjährigen Bewährungsstrafe. Der Vorfall ereignete sich bei einer Verfolgungsjagd auf der Autobahn in Belgien. Die Polizisten wollten einen Lastwagen mit illegal eingereisten MigrantInnen an Bord sicherstellen.

Der Anwalt des verurteilten Polizisten sagte, sein Mandat habe die Situation damals nicht überblicken können. Im Nachhinein sei sein Verhalten als falsch eingestuft worden, aber damals habe er sich gemäß der Richtlinien des Innenministeriums verhalten.

Anwältin: Warum machten Polizisten falsche Angaben?

Der Polizist schoss laut eigenen Angaben auf einen Reifen des LKW. Da der Fahrer des Polizeiwagens umlenkte, traf die Kugel die zweijährige Mawda. Die Anwältin der Eltern des Mädchens kritisierte, dass die Polizisten anschließend falsche Angaben machten. Es sei nicht geklärt worden, warum sie erzählt hätten, die Kleine sei aus dem LKW gefallen oder dass sie als Rammbock benutzt worden sei.

Der Fall Mawda wurde für Viele zum Symbol für die ungerechte Behandlung von MigrantInnen in Europa. Neben dem Polizisten wurde auch der Fahrer des LKW, in dem die Flüchtlinge saßen, verurteilt. Der kurdische Iraker erhielt vier Jahre Gefängnis.