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Linksnationale Vetevendosje von Albin Kurti liegt im Kosovo vorn

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Albin Kurti bei der Wahl an diesem Sonntag
Albin Kurti bei der Wahl an diesem Sonntag   -   Copyright  Visar Kryeziu/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Vorgezogene Parlamentswahlen im Kosovo nach nur acht Monaten – macht fünf Urnengänge in 12 Jahren Unabhängigkeit.

Nachwahlbefragungen zufolge liegt Albin Kurtis Anti-Korruptions- und Anti-Establishment-Partei Vetevendosje (LVV) mit etwa 42 Prozent der Stimmen deutlich vorn.

Die langjährige Regierungspartei PDK (Demokratische Partei des Kosovos) kam dem Institut Pipos zufolge auf 16,5 Prozent der Stimmen, die zuletzt regierende konservative LDK (Demokratische Liga des Kosovos) auf 15 Prozent.

Der Kurzzeit-Regierungschef Albin Kurti selbst wurde von der Kandidatenliste gestrichen. Ein Gericht hatte ihn 2018 wegen einer Tränengasattacke im Parlament zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Albin Kurti kann aber Ministerpräsident werden.

Die PDK des zurückgetretenen Präsidenten Hashim Thaci kommt in den Hochrechnungen auf etwa 15 Prozent. Thaci wird in Den Haag wegen Kriegsverbrechen der Prozess gemacht.

Etwa gleichauf mit der PDK liegt die konservative LDK.

Rund neun von zehn Kosovar:innen werden zur albanischen Volksgruppe gezählt, Die serbische Minderheit konzentriert sich im Norden.

EINIG GEGEN KORRUPTION UND ALTE SEILSCHAFTEN?

Albin Kurti setzt darauf, dass auch die Serben im Kosovo seinen Kampf gegen Korruption und alte Seilschaften würdigen. Dafür spricht, dass im Kosovo mittlerweile eine Generation herangewachsen ist, die kaum noch Erinnerungen an Jugoslawien hat und für die die ethnischen Fragen immer weiter in den Hintergrund treten.

Die Jugendarbeitslosigkeit in Kosovo liegt bei etwa 50 Prozent.

Etwa ein Drittel der knapp 2 Millionen Kosovar:innen lebt und arbeitet im Ausland, vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz – allein hier wurden mehr als 10.000 gezählt („Blick“), die zum Wählen in den Balkan gefahren sind – und insgesamt 103.000 Briefwähler aus der Diaspora („Le Courrier des Balkans“).

Allein in der Schweiz leben demnach rund 113.000 Personen mit kosovarischer Staatsbürgerschaft. Die Zahl der Menschen, die aus dem jüngsten Staat Europas stammen, sei aber viel größer: Rund 250.000 gäben Albanisch als ihre Hauptsprache an, die meisten stammten aus dem Kosovo. Im Kosovo würden diese Schweiz-Kosovar:innen «Shatzis» genannt, weil sie jährlich gegen 200 Millionen Franken (185 Millionen Euro) an ihre Verwandten schicken.

su mit dpa