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Holz statt Heizöl: Ein kleines Dorf ist Vorreiter in der Energiewende

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Holz statt Heizöl: Ein kleines Dorf ist Vorreiter in der Energiewende
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Ein französisches Dorf mit weniger als 1000 Einwohnern spielt eine Vorreiterrolle in der Energiewende. Die Gemeinde hat ihre CO2-Emissionen um über 60 Tonnen pro Jahr verringert - mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt und die lokale Wirtschaft, Thema dieser Smart-Regions-Folge.

Vorreiter in der Energiewende

Ein kleines Dorf spielt eine Vorreiterrolle in der Energiewende: Venizy ist eine kleine Gemeinde mit weniger als eintausend Einwohnern in der französischen Region Bourgogne (Departement Yonne). Sie liegt in einem der größten Waldgebiete der Region. Deshalb hat der Bürgermeister entschieden, das Heizsystem der öffentlichen Gebäude von Öl auf Holzhackschnitzel umzustellen. Damit spart das Dorf nicht nur Geld, sondern verringert auch die Umweltbelastungen: Man spart mehr als 50% der Heizkosten, die CO2-Emissionen verringern sich um 63 Tonnen pro Jahr.

"Es ist eine alte Welt, die modernisiert wurde", erklärt Bürgermeister Sylvain Quoirin. "Früher haben wir mit Holz geheizt - heute heizen wir weiter mit Holz, aber mit einer sehr fortschrittlichen Technologie. Es ist einfach eine andere Art von Energie, eine andere Art von Heizung, die auf eine bestehende Anlage aufgepfropft wird. Der Energietransfer von Heizöl zu Holz macht den Betrieb rentabel, sogar unter Berücksichtigung der Investitionskosten."

Die technologische Umstellung auf eine saubere und erneuerbare Energiequelle kostete rund 277.000 Euro, teilweise finanziert durch die Kohäsionspolitik der Europäischen Union.

Das Hackschnitzel für die Kesselanlage stammt aus dem 800 Hektar großen Gemeindewald, der unter der Kontrolle des Umweltamtes steht. Es handelt sich hauptsächlich um Gestrüpp, Abfälle, abgestorbene Bäume oder Exemplare, die aus Sicherheitsgründen gefällt wurden. In der Gemeinde ist Thierry Bruggeman für den Stadtwald zuständig. Er sagt:

"Die Gemeinde hat einen Bedarf an rund 80 Tonnen gehacktem Holz jährlich. In der Regel wird das Holz im Winter geschlagen: Im Mai-Juni wird dieses Holz dann zerkleinert und in einem Schuppen gelagert. Dort lassen wir es etwa drei oder vier Monate trocknen. Dann kann man es direkt für den kommunalen Kesselraum verwenden."

Ökologische Kreislaufwirtschaft

Um beste Energieleistungen zu garantieren, wird dieser natürliche Brennstoff zu kleinen, homogenen Stücken trockenen Holzes geformt. Das Holz wird von lokalen Unternehmen verarbeitet. Letztendlich hat die Energiewende einen Wirtschaftskreislauf gefördert, der zudem ökologisch ist.

"Der Abfall, den die Kessel produzieren - die Asche -, wird in Kompost eingearbeitet", erklärt Jean-Pierre Gallois von der Gemeinde Venizy. "Was der Natur entnommen wird, kommt am Ende des Tages wieder zur Natur zurück."

Das Haupt-Heizungsnetz liefert Wärme ans Rathaus, an ein nahe gelegenes Gebäude mit Sozialwohnungen und an zwei Schulen. Eine weitere Anlage versorgt das Kulturzentrum am Rande des Dorfes.