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Impfstoff-Entwicklung: schneller und billiger dank EU-Software

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Von Aurora Velez
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Impfstoff-Entwicklung: schneller und billiger dank EU-Software
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Die Impfstoffe gegen Covid-19 wurden in Rekordzeit produziert. Unter anderem ermöglichte das eine europäische Software, die in der pharmazeutischen und chemischen Industrie täglich eingesetzt wird, um den Produktionsprozess zu beschleunigen. Mit diesem Tool können Forscher wichtige Daten analysieren. Eine weltweite eingesetzte Technologie, die im spanischen Santiago de Compostela entwickelt wurde. Thema dieser Smart-Regions-Folge.

Eine galicische Firma ist an den Lösungsansätzen beteiligt. Im Norden Spaniens hat man eine Software entwickelt, mit der man wichtige chemische Verbindungen und Moleküle auf vielen Labormaschinen auswerten kann. Das spart Forschern Zeit.

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"Durch die schnellere Erforschung und Entwicklung dieser Medikamente werden die Kosten dafür gesenkt. Daher ist es wahrscheinlicher, dass sie auf den Markt kommen"_, so Santiago Domínguez Vivero, Geschäftsführer & Mitgründer, Mestrelab Research. "In der Coronakrise kommt daher die Wirtschaft schneller wieder in Gang und wir kehren zur Normalität zurück. Je schneller die Forschung, desto geringer sind die Kosten für die Medikamente."

EU-Software wird weltweit genutzt

Diese Software wurde Ende der Neunziger Jahre von drei Spezialisten entwickelt. Heute beschäftigt das Unternehmen 50 Mitarbeiter und man ist in Europa, Asien und den USA vertreten.

In den vergangenen vier Jahren erhielt Mestrelab mehr als 1,2 Millionen Euro (1.225.862) aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Damit werden Innovation und Zukunftsindustrien unterstützt.

Pharmaindustrie, Biotechnologie-Unternehmen und Universitäten in aller Welt nutzen die europäische Software. Am CiQUS, einem Forschungszentrum für chemische, biologische und molekulare Werkzeuge, arbeitet man an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus. Welche Rolle spielt die Software? José Manuel Martínez Costas, Forscher In Molekularer Virologie, erklärt:

“Die Software hilft uns bei der Qualitätskontrolle: Damit erkennen wir, ob unsere Impfstoffpräparate sauber sind, bevor wir sie an Tieren testen. Und wir setzen sie auch bei der Impfstoff-Zusammensetzung ein. Es gibt verschiedene Herstellungs-Möglichkeiten und es gibt sehr kleine Kügelchen, deren genaue Zusammensetzung wir nur im MRT erkennen.”

Im nahegelegenen CACTUS-Analysezentrum arbeitet man mit Kernspinresonanzspektroskopie und Massenspektrometrie.

Forscher können die Struktur bestimmter Verbindungen nicht bestimmen. Die Mestrelab-Software übersetzt die molekulare “Sprache” dieser Maschine, die man den “Magneten” nennt, in einen verständlichen Code:

"Ich lege die Probe in den Magneten (MRT) und erhalte ihr "Spektrum", das heißt: einen Fingerabdruck der Moleküle, aus der die Probe besteht", so Manuel Martín Pastor, leitender Forschungstechniker CACTUS-USC. "Die Analyse des Fingerabdrucks verrät mir, wie die Atome der Moleküle miteinander verbunden sind. Damit weiß ich, wie man diesen Impfstoff oder dieses Medikament herstellt, das wir verwenden und auf den Markt bringen wollen."

Dank der Software können Forscher schnellere Lösungen zu geringeren Kosten entwickeln.