Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

War da was mit Covid-19? Tausende feiern Karneval in Marseille

Von Kirsten Ripper mit AFP, F3
Nicht genehmigter Karnevalsumzug am 21. März 2021 in Marseille
Nicht genehmigter Karnevalsumzug am 21. März 2021 in Marseille   -   Copyright  CHRISTOPHE SIMON/AFP
Schriftgrösse Aa Aa

Die Fotos und Videos von diesem Sonntag in Marseille wirken wie aus einer anderen Zeit. Ohne Abstand und weitgehend ohne Masken sind am Nachmittag etwa 6.500 Menschen teils bunt kostümiert durch die Stadt gezogen und haben zum Frühlingsanfang Karneval gefeiert. Erst kurz vor der nächtlichen Ausgangssperre um 19 Uhr wurde die Menschenmenge von der Polizei zum Gehen aufgefordert.

France 3 Provence hielt die Szenen im Video fest, das in den sozialen Medien zehntausendfach angeklickt wurde.

Die vorwiegend jungen Leute zogen mit Musik tanzend auf der Canebière zum Alten Hafen und feierten den traditionellen Straßenkarneval, der im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden war. Ein verkleideter junger Mann erklärte: "Wir haben genug davon, eingesperrt zu sein. Es sind ja keine Risikogruppen hier."

Marseille gehört nicht zu den 16 französischen Départements, in denen die Corona-Regeln seit Samstag verschärft wurden.

Laut France Info hielt sich die Polizei weitgehend zurück, nur einige Teillnehmende an dem Karneval mussten wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht in der Stadt die Geldstrafe von 135 Euro bezahlen.

Die Präfektur der Region beklagte auf Twitter ein "völlig unverantwortliches Verhalten während der Gesundheitskrise". Offenbar war die Veranstaltung nicht angemeldet worden.

CHRISTOPHE SIMON/AFP
Sonntag 21. März 2021 in MarseilleCHRISTOPHE SIMON/AFP

Am Samstag waren in Frankreich etwa 35.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Im Département Bouches-du-Rhöne, zu dem Marseille gehört, liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei 315 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen.

Chaos um den Lockdown in und um Paris

In Paris wird weiter über die verschärften Einschränkungen diskutiert. Nachdem es viel Kritik an den zwei Seiten umfassenden Formularen gegeben hatte, erklärte die Regierung, dass diese Papiere in den 16 Départements mit den strengeren Regeln nur benutzt werden müssen, wenn sich die Menschen mehr als 10 Kilometer von ihrer Wohnung wegbewegen. Innerhalb des 10-Kilometer-Radius reicht ein Ausweis oder eine Bestätigung für den Wohnort.

In ganz Frankreich sollen die Formulare benutzt werden, wenn jemand während der nâchtlichen Ausgangssperre die Wohnung verlässt. Doch für Wege zur Arbeit gibt es Atteste der Arbeitgeber.

Bereits geändert hat die Regierung einige Ausnahmen von der Schließung nicht essentieller Geschäfte in den 16 am schlimmsten von Corona betroffenen Départements. So bleiben Friseure, aber auch Blumengeschäfte und Buchhandlungen offen. Jetzt wollen auch Videospielen-Läden in die Ausnahmeregelung aufgenommen werden.