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"Moment der Freiheit" - Organisatoren der Rave mit 2.500 erklären "politische Geste"

Rave-Party in Lieuron bei Rennes an Neujahr
Rave-Party in Lieuron bei Rennes an Neujahr   -   Copyright  JEAN-FRANCOIS MONIER/AFP
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In einer Kolumne in der Pariser Zeitung "Libération" erklären die Verantwortlichen für die viel kritisierte Rave-Party mit mehr als 2.500 Teilnehmenden an Silvester und Neujahr, warum sie das Event organisiert hatten. Sie schreiben von einem "Moment der gemeinsamen Lebensfreude", den die jungen Leute dringend benötigten und begründen die Rave-Party als "politische Geste".

Die Organisatoren schreiben: "Wir haben dem Ruf derer geantwortet, die sich nicht mit einem Dasein zufrieden geben, das nur von Arbeit, Konsum und Bildschirmen geprägt ist, abends allein zu Hause. Unsere Geste ist politisch, wir haben ein kostenloses Ventil für den angestauten Druck angeboten. Um uns für einen Moment wiederzufinden, gemeinsam, lebendig."

Sie erklären, es habe Schutzmaßnahmen gegeben, Masken und Desinfektionsmittel seien verteilt worden - aber die Autoren des Statements verweisen auf die schwierige Situation junger Leute in Corona-Zeiten: "Jeder von uns hat jemanden in seinem Leben, der gefährdet ist und den wir auch schützen wollen. Aber es gibt auch Leben, die durch diesen Zustand der anhaltenden Düsternis und der ständigen Isolation aus dem Gleichgewicht geraten. Das Einnehmen von Antidepressiva hat dramatisch zugenommen. Die psychiatrischen Einrichtungen sind überlaufen. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren. Viele können dieses angstauslösende Klima nicht ertragen und soziokulturelle Alternativen sind gefragt. Dennoch wird kaum etwas dagegen unternommen. Weder zur Behandlung noch zur Vorbeugung."

Techno ist subversiv

In einem Kommentar erinnert Olivier Lamm in "Libération" an den radikalen Charakter von Techno: "So rücksichtslos ihre Organisation in diesen Zeiten der Pandemie auch war, die Party in Lieuron hat die subversive Natur der Techno-Musik zurück in die öffentliche Debatte gebracht."

Die Polizei hatte die Rave-Party in einer leerstehenden Halle 40 Kilometer südlich von Rennes in der Bretagne erst nach 36 Stunden aufgelöst - deshalb wurden die Behörden heftig kritisiert. Am Ende wurden mehr als 1.200 Bußgelder in Höhe von 135 Euro verhängt. Den Organisatoren drohen viel höhere Strafen.