Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Selbstlos: Italiens Gesundheitspersonal für Nobelpreis 2021 nominiert

Von Giorgia Orlandi
euronews_icons_loading
Isolationszelt vor Notaufnahme des Krankenhauses von Piacenza (Februar 2020)
Isolationszelt vor Notaufnahme des Krankenhauses von Piacenza (Februar 2020)   -   Copyright  Claudio Furlan/LaPresse
Schriftgrösse Aa Aa

Viel wurde über das Leid der Italiener berichtet, die vom Ausbruch der Corona-Pandemie vor einem Jahr besonders hart getroffen wurden.

Krankheit, Tod und Wirtschaftskrise forderten einen hohen Tribut. Dabei wurde nicht genug derjenigen gedacht, die vom ersten Tag an vorderster Front gegen das Virus kämpften.

Das soll nun die Nominierung des italienischen Gesundheitspersonals für den Friedensnobelpreis 2021 ausgleichen.

"Wir wollten damit die Aufopferung und Entsagung ehren, mit der sie gegen die Pandemie kämpften, um Menschenleben zu retten. Die Nominierung geht an diejenigen im ganzen Land, die wahre Wunder vollbrachten", erklärt Marzio Dallagiovanna, Präsident des italienischen Ablegers der Gorbatschow-Stiftung ( "Fondazione Gorbachev".), die die Nominierung unterstützt.

Anfangs schien die Herausforderung schier unüberwindbar, viel zu viele Patienten - nicht genügend medizinisches Material. Viele waren auf sich allein gestellt.

Ihr Leben wurde vollkommen auf den Kopf gestellt

Die Erinnerung an diese Tage ist für diejenigen, die sie am eigenen Leib erlebten, zutiefst bewegend. Einer von ihnen ist Professor Luigi Cavanna, Leiter der onkologischen Abteilung des Krankenhauses in Piacenza, dessen Bericht stellvertretend für die Nominierung ausgewählt wurde.

"Es gab Pflegepersonal, das wochenlang im Krankenhaus übernachtete. Manche verließen die Station nicht, weil sie das Virus nicht nach Hause bringen wollten. Andere schickten sogar ihre Angehörigen weg. Ihr Leben wurde vollkommen auf den Kopf gestellt, aber sie fanden sich einfach damit ab."

Als er sah, dass sich die Patienten auf der Notaufnahme häuften, beschloss der Chefarzt, jeden einzelnen Patienten mit nicht zu schweren Symptomen zunächst zu Hause zu behandeln.

AP Photo
Luigi Cavanna beim HausbesuchAP Photo

Luigi Cavanna betreute über 300 Patienten daheim

Am Ende betreute er über 300 Patienten daheim. Heute erinnert er sich, wie schwierig diese Zeit vor einem Jahr war.

"Jeden Tag, wenn ich nach Hause kam und auf die Liste der Menschen schaute, die ich am nächsten Tag besuchen sollte, verspürte ich ein Gefühl der totalen Unsicherheit. Ich sagte mir: Hoffentlich bin ich morgen in guter Verfassung und kann weiterarbeiten. Zu sehen, wie es meinen Patienten besser ging, gab mir den Antrieb, weiterzumachen."

Die vom italienischen Ableger der Gorbatschow-Stiftung unterstützte Nominierung des Gesundheitspersonals soll laut Initiatoren als Symbol dienen für den Einsatz all derjenigen, die überall auf der Welt mit derselben Hingabe gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie kämpften - und das bis heute tun.