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Ringen ums Revier: Reisende gegen Rentiere

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Ein Rentier wird gezähmt
Ein Rentier wird gezähmt   -   Copyright  JONATHAN NACKSTRAND / AFP
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Nimmt man die Fläche in Quadratkilometern als Maßstab, ist Schweden das drittgrößte Land der Europäischen Union. Doch selbst auf 450 000 Quadratkilometern kommt man sich manchmal in die Quere.

Das Jämtland in Nordschweden ist ein beliebtes Reiseziel für Menschen, die gerne in der Natur Sport treiben wollen. Damit beanspruchen sie teilweise dieselben Gebiete, die als Weideflächen für Rentierherden genutzt werden. Diese befinden sich oft im Besitz von Mitgliedern der Volksgruppe der Samen, der Urbevölkerung Nordskandinaviens.

„Rentiere kommen nicht zur Ruhe"

Rentierzüchter Jonas Kråik sagt: „Die Rentiere kommen nicht zur Ruhe. Es gibt weniger Kälber. Viele Rentiere verschwinden. Das samische Dorf liegt mit der Reisebranche über Kreuz. Wir haben das größte Recht auf das Land. Es ist nicht der Staat, dem das Land gehört."

Die Reisebranche will nicht klein beigeben, denn das Geschäft ist einträglich. Laut Eigenwerbung war das Jämtland bereits im 19. Jahrhundert als "Mekka der Sommerfrische" und für seine Kurorte bekannt.

„Wir sind seit 1885 hier und wollen, dass wir in der Gegend bleiben und arbeiten können. Das Wichtigste für uns ist, dass die Freiluftaktivitäten in irgendeiner Form erhalten bleiben können“, so Maria Persson vom schwedischen Tourismusverband.

Die Lösung des Streits zwischen Rentierherden und Reisenden könnte ganz einfach sein, meint ein Urlauber aus Stockholm: „Man muss die Leute mehr verteilen. Ich denke nicht, dass es in Schweden zu wenig Berge gibt, sondern die Menschen sind leider alle am selben Ort versammelt.“