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Ruf nach Sofort-Lockdown wird lauter

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Das Krankenhaus in Gera
Das Krankenhaus in Gera   -   Copyright  Bodo Schackow/(c) dpa-zentralbild
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Die Corona-Zahlen gehen immer weiter nach oben, die Kliniken kommen näher an die Überlastung. Der Ruf nach einem Lockdown wird lauter.

Mahnungen aus den Krankenhäusern

Intensivmediziner fordern härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Angesichts steigender Fallzahlen sei keine Zeit für Diskussion über die sogenannte Bundesnotbremse, so der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, im Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel". Uwe Janssens, ehemalige Präsident der Vereinigung, sagte im Sender "Phoenix", es sei Fünf nach Zwölf und eine bundesweit einheitliche Strategie dringend vonnöten.

Derzeit werden rund 4600 Covid-19-PatientInnen intensivmedizinisch behandelt. Die Vereinigung erwartet, dass der Höchststand von rund 6000 belegten Betten aus dem Januar noch im April wieder erreicht wird. Sollte die Politik weiter zögern, könnten die Zahl dieser PatientInnen sogar auf 7000 steigen.

Spahn: "Sollten nicht warten"

Bisher sei es gelungen, das Gesundheitssystem vor der Überlastung zu bewahren, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag in Berlin. Durch neue Einschränkungen müsse jetzt dafür gesorgt werden, dass dies auch so bleibe: "Deswegen mein Appell in dieser aktuellen Situation auch an die Länder: Es ist gut, dass wir mit der Notbremse bald eine einheitliche und nachvollziehbare Regelung haben, aber wir sollten nicht darauf warten, bis der Bundestag nächste Woche dieses Gesetz beschlossen hat."

Um härter durchgreifen zu können, hatte die Regierung am Dienstag die sogenannte Bundesnotbremse beschlossen. Die Regelung sieht vor, dass der Bund bei bestimmten Inzidenzwerten auch gegen den Willen der Länder Maßnahmen verhängen kann.

Die Regelung ist vor allem wegen geplanter nächtlicher Ausgangssperren umstritten. Die FDP kritisiert diese als zu große Freiheitseinschränkung. Aerosol-Experten warnten, Ansteckungen fänden vor allem drinnen statt, deswegen seien Ausganssperren kontraproduktiv.

Linke und Grüne bemängeln, dass die Einschränkungen vor allem den privaten Bereich beträfen. Nun wird über die Änderungen im Infektionsschutzgesetz noch einmal beraten. In der kommenden Woche soll die Notbremsenregelung dann vom Bundestag beschlossen werden.

Impfrekord in Deutschland

Bei den Impfungen legt Deutschland deutlich an Tempo zu. Heute wurde ein neuer Rekord gemeldet. Das RKI registrierte 738.501 Dosen an einem Tag - so viele wie nie zuvor.

Vor einer Woche waren es schon einmal 725.000 an einem Tag. Durch die Einbeziehung der Hausarztpraxen hatte sich die Zahl der täglichen Impfungen in Deutschland nach Ostern nahezu verdoppelt.

17,8 Prozent der deutschen Bevölkerung haben jetzt mindestens eine Impfung. In Bremen und im Saarland sind es mehr als 20 Prozent - die Marke dürfte Anfang nächster Woche auch deutschlandweit geknackt werden.