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Wer erkrankt schwer an Covid-19? Killer-T-Zellen im Blut zeigen es an

Auf einer Intensivstation für an Covid-19 schwer Erkrankte in Paris
Auf einer Intensivstation für an Covid-19 schwer Erkrankte in Paris   -   Copyright  Lewis Joly/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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"Anhand der Anzahl der Killer-T-Zellen im Blut kann ein schwerer Covid-19-Verlauf mit hoher Sicherheit vorhergesagt werden – und das bereits am Tag der Aufnahme ins Spital." So erklärt Burkhard Becher, Professor am Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Zürich, das Ergebnis der neuen Studie seines Teams. Die Wissenschafterlinnen und Wissenschaftler haben einen prädiktiven Biomarker gefunden, mit dem sich das Risiko für einen schweren Verlauf nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 vorhersagen lässt. Dadurch können Patientinnen und Patienten schneller besser behandelt werden.

T-Zellen gehören zu einer Untergruppe der weißen Blutzellen, der Leukozyten. Die Killer-T-Zellen sind Teil der Immunantwort im Fall einer Virusinfektion, sie greifen erkrankte Zellen an.

Ursache für die rapide Verschlechterung des Zustands von Covid-19-Patientinnen und -Patienten ist laut Experten eine überschießende Antwort des Immunsystems. "Die enorme Produktion von Botenstoffen, Zytokinsturm genannt, verursacht eine massive Entzündungsreaktion im Körper. Immunzellen wandern massenweise in die Lunge ein, wo sie den Gasaustausch stören", erklärt Burkhard Becher.

"Die COVID-19-spezifische Immunsignatur"

Der Studienautor verweist auf besondere Merkmale bei an Covid-19 Leidenden, die sich von anderen Lungenentzündungen unterscheidet. "Die Immunantwort in den unterschiedlichen Lungenentzündungen sind sehr ähnlich und Teil einer allgemeinen Entzündungsreaktion, wie man sie häufig bei Patienten auf der Intensivstation sieht. T-Zellen und Natürliche Killerzellen verhalten sich bei COVID-19 jedoch einzigartig und definieren eine Art Muster im Immunsystem: die COVID-19-spezifische Immunsignatur."

Für ihre Studie - die vorab als PDF veröffentlcht wurde - haben die Forscherinnen und Forscher der Uni Zürich an Covid-19 Erkrankte aus Tübingen, Toulouse und Nantes untersucht und mit Ärztinnen und Ärzten aus diesen Städten zusammengearbeitet.

High-Tech-Geräte zur Bestimmung notwendig

Um die Abwehrzellen und Zytokine in den Patientenproben zu bestimmen, benötigen die UZH-Forschenden die hochdimensionale Zytometrie. Damit können Eiweiße auf der Oberfläche und im Zellinneren von Millionen von Zellen gleichzeitig und auf Einzelzell-Ebene bestimmt und anschließend durch Computeralgorithmen verarbeitet werden.

Auch die Erforschung neuer Therapien gegen Covid-19 werde durch die Erkenntnisse zu den Biomarkern möglich, meint die Co-Autorin der Studie Stefanie Krautmair.