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Bayern und BW: Priorisierungen für alle Corona-Impfstoffe bei Hausärzten aufgehoben

Impzentrum auf einem Supermarktparkplatz in Pforzheim
Impzentrum auf einem Supermarktparkplatz in Pforzheim   -   Copyright  Michael Probst/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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In Bayern und Baden-Württemberg haben Hausärzt:innen ab kommenden Montag mehr Impffreiheit. Die beiden Länder heben dann die Priorisierung bei den Corona-Impfstoffen auf. Die Impfreihenfolge in den Impfzentren bleibt allerdings bestehen, dort werden vorrangig Ältere und Risikogruppen geimpft.

Ärzteverbände gegen Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes haben sich dafür ausgesprochen, Corona-Impfstoffe auch weiterhin gemäß der Priorisierung zu verabreichen.

"Ich halte es für falsch, die Impfpriorisierung jetzt schon komplett preiszugeben", sagte Marburger-Bund-Chefin Susanne Johna der "Rheinischen Post". "Es sind ja noch gar nicht alle Personen mit Vorerkrankungen und erhöhtem Risiko geimpft. Die sollten auch in den Impfzentren noch Vorrang haben."

Bund und Länder dürften bei ihren Entscheidungen nicht der Devise "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" Vorschub leisten. Dann hätten die "Schwächeren, die am wenigsten drängeln, am Ende das Nachsehen."

"Wer zuerst kommt, mahlt zuerst"

Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, sagte der "Rheinischen Post", so lange eine Knappheit an Impfstoffdosen bestehe, sei die Priorisierung für die Hausärztinnen und Hausärzte eine wichtige Leitlinie, um besonders gefährdete Patientinnen und Patienten schnell auszumachen und frühzeitig zu schützen.

Zugleich sprach er sich aber für ein der Situation angepasstes Vorgehen der Ärzte vor Ort aus. "Ein starres Festhalten, vielleicht sogar noch über Länder mit unterschiedlichem Impffortschritt hinweg, wäre sinnlos, ja sogar hinderlich."

Flexibilität und Pragmatismus brächten die Impfkampagne bereits jetzt voran. Wenn etwa kurz vor Praxisschluss noch Impfstoff übrig sei, dann sollte dieser unabhängig von der Priorisierung noch verabreicht werden.

Corona-Neuinfektionszahlen steigen etwas an

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 107,8 (Vortag: 115,4; Vorwoche: 132,8).

Vor einer Woche hatte der Wert bei 18.034 Neuansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 268 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 285 Tote gewesen.