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DR Kongo: Vulkan Nyiragongo kann 2 Millionen-Stadt Goma treffen

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Von Euronews mit dpa
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DR Kongo: Vulkan Nyiragongo kann 2 Millionen-Stadt Goma treffen
Copyright  Justin Kabumba/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Rund eine halbe Million Menschen fliehen aus der Stadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo, weil ein weiterer Vulkanausbruch des Nyiragongo befürchtet wird. Mit Autos, Motorrollern und zu Fuß strömen sie Bewohnerinnen und Bewohner verzweifelt durch die Straßen der Metropole, um der drohenden Gefahr zu entkommen. Viele Straßen und auch der Flughafen sind gesperrt.

Seismologische Aktivitäten im Stadtgebiet und Kivu-See: tickende Zeitbombe

Das Zentrum blieb beim Ausbruch des Vulkans vor einer Woche verschont, einige Orte am Stadtrand wurden von der Lava überrollt. Nun aber wurden seismologische Aktivitäten in der Nähe des Stadtgebiets und des Kivu-Sees gemeldet.

Goma liegt zwischen dem Mont Nyiragongo und dem Kivu-See. Denn am Boden schlummert hochgiftiges Methangas, das von der glühenden Lava freigesetzt zu werden droht. Eine solche Giftwolke wäre tödlich für alles, was sich im Umkreis befindet.

"Zu Beginn des Ausbruchs sagte man uns, wir sollten auf die Details des Evakuierungsplans warten, aber heute Morgen waren wir überrascht zu hören, dass die, die in bestimmten Gebieten leben, evakuiert werden müssen", sagt Fortunat Manegabe, der in Goma wohnt. "Sie sagten, sie würden Fahrzeuge zur Verfügung stellen, aber bis jetzt gibt es nichts."

Der Militärgouverneur der kongolesischen Provinz Nord-Kivu hat die Evakuierung von 10 der 18 Stadtteile in der Zwei-Millionen-Metropole angeordnet. Aber aus Angst fliehen auch Bewohner aus anderen Stadtteilen. Vor dem Ausbruch am vergangenen Samstag hatte es keine Warnung gegeben.

Flucht wohin? Eine humanitäre Katastrophe droht

Die Menschen wissen nicht, wohin sie fliehen sollen, der Flughafen ist gesperrt, eine wichtige Verbindungsstraße von der Lava blockiert und der Seeweg über den benachbarten Kivu-See hochriskant.

Fiston Matabiri Azukayi gehört zu den Menschen, die fliehen, er sagt: "Einige, die Goma verlassen, gehen nach Kiwaja, andere in die Provinz Great North, in das Gebiet von Rubero und Rutshuru. Die Menschen sind besorgt, sie fliehen nicht, weil sie es wollen, sondern wegen des Befehls der Provinzregierung. Wir sollen evakuieren, weil es einen weiteren Ausbruch geben wird. Das ist der Grund, warum die Menschen sich bewegen, sie haben Angst."

Auch die UN-Friedenstruppen haben die Stadt verlassen. Die Vereinten Nationen wollen außerdem weitere nationale und internationale Mitarbeiter aus Goma abziehen.

Nach Angaben der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) werden noch immer Dutzende Menschen vermisst. Die Schließung der Flughäfen der betroffenen Grenzstadt Goma sowie der Nachbarstadt Bukavu erschwerten humanitäre Hilfsmaßnahmen.

Drei Dörfer und ein Vorort von Goma wurden von der Lava zerstört. Zudem bleiben viele Kinder orientierungslos zurück. "Unsere Teams stoßen in den Unterkünften auf unbegleitete Kinder – Mädchen und Jungen, die Gefahr laufen, missbraucht oder ausgebeutet zu werden, wenn sich niemand um sie kümmert", erklärte der Länderdirektor der Kinderhilfsorganisation Save the Children, Amavi Akpamagbo.