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Angst vor Vulkan Nyiragongo: Millionenstadt Goma evakuiert

Von Euronews mit dpa
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Angst vor Vulkan Nyiragongo: Millionenstadt Goma evakuiert
Copyright  Justin Kabumba/Associated Press
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Die Menschen haben Angst vor einer erneuten schweren Eruption des Vulkans Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo. Der Vulkan in der Nähe der Stadt Goma in der von Unruhen und Gewalt gezeichneten Provinz Kivu im Norden des Landes war bereits vor wenigen Tagen ausgebrochen.

Aus Sorge vor einem erneuten Ausbruch des Vulkans Nyiragongo haben die Behörden eine Teil-Evakuierung der Millionenstadt Goma angeordnet. Die Nachricht von der Räumung in zehn Bezirken löste ein Verkehrschaos in der Metropole aus.

Wissenschaftliche Daten deuten auf eine erneute Eruption des Vulkans hin, gab ein Generalleutnant im kongolesischen Fernsehen bekannt.

Der Vulkan war am Samstag ausgebrochen, drei Dörfer und ein Vorort von Goma wurden von der Lava zerstört. Nach UN-Angaben werden 40 Menschen vermisst.

Lava könnte im Kivu-See giftige Gase freisetzen

Es bestehe die Gefahr, dass heiße Lava auf dem Boden des Kivu-Sees giftige Gase freisetze, so die offiziellen Stellen in der DRK. Die Behörden würden Transportmöglichkeiten für die Bewohner organisieren, diese sollten nur das Nötigste mitnehmen.

Boris Cheshirkov, Sprecher der UNHCR, beklagt, dass dringend Hilfsgelder benötigt werden: "Es werden dringend Gelder benötigt, um den Betroffenen zu helfen. Die UNHCR hat erst 17 Prozent von den 204,8 Millionen USD erhalten, die für unsere Einsätze in der Demokratischen Republik Kongo benötigt werden."

"Diese jüngste Katastrophe kommt noch hinzu zu der Flucht von über 2 Millionen Menschen, die durch brutale Gewalt in der Provinz Nord-Kivu mit der Hauptstadt Goma vertrieben wurden. Allein in diesem Jahr mussten 450.000 Menschen aus ihrer Heimat fliehen", so der UNHCR-Sprecher.

Nach dem Vulkanausbruch am vergangenen Wochenende hatten Einwohner ihre Häuser in Panik verlassen und waren teilweise über die Grenze ins benachbarte Ruanda geflohen.

Ein Teil der Lava war bis nach Goma geflossen und stoppte nur 300 Meter vor dem Flughafen der Grenzstadt. Rund 20.000 Menschen seien nach Angaben von Hilfsorganisationen obdachlos geworden.

Der Vulkan befindet sich im Virunga-Nationalpark, etwa 20 Kilometer nördlich der Großstadt - nahe der Grenze zu Ruanda. Der Mount Nyiragongo brach zuletzt 2002 aus. Lava zerstörte damals große Teile Gomas. Rund 250 Menschen wurden getötet, 120 000 obdachlos.