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USA lassen umstrittenes Alzheimer-Medikament zu

 USA lassen umstrittenes Alzheimer-Medikament zu
Copyright AP/Biogen
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Von Julika Herzog mit dpa
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Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein neues Medikament gegen Alzheimer zugelassen, erstmals seit fast 20 Jahren. Der Wirkstoff Aducanumab soll den Fortschritt der Krankheit verlangsamen- ist aber bei Wissenschaftlern umstritten.

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Die USA haben ein neues Medikament gegen Alzheimer zugelassen, erstmals seit fast 20 Jahren. Der Wirkstoff Aducanumab soll Patienten mit Alzheimer im Frühstadium als monatliche Infusion gegeben werden und den Abbau der Geisteskraft stoppen. Es ist auch der erste in den USA zugelassene Wirkstoff, der dem Fortschritt der Krankheit und nicht nur Symptomen entgegenwirken soll.

Wie gut Aducanumab wirkt, ist allerdings umstritten: Ein internes Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hatte sich gegen die Zulassung ausgesprochen, mehrere Wissenschaftler sind skeptisch, ob die Studienergebnisse wirklich einen Nutzen beweisen.

Maria Carrillo von der Alzheimer Association erklärt: "Es gab natürlich einige Kontroversen und sehr komplizierte Datensätze, zu denen viele Menschen unterschiedliche Meinungen hatten. Aber was das Wichtigste ist: die FDA hat es tatsächlich im Rahmen einer beschleunigten Zulassung genehmigt. Eine beschleunigte Zulassung passiert sehr selten und ist nur solchen Krankheiten vorbehalten, die ernsthafte medizinische Bedürfnisse zur Folge haben. Alzheimer gehört definitiv dazu."

Zahlreiche Patienten-Organisationen hatten sich für die Zulassung stark gemacht. Von der FDA hieß es, man sei zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen von Aducanumab größer sei als die Risiken. 

Der Hersteller, US-Biotechnologiekonzern Biogen, bemüht sich auch um eine Zulassung in der EU. Ein entsprechender Antrag wurde im Oktober 2020 bei der europäischen Arzneimittelagentur Ema gestellt.

Rund 30 Millionen Menschen weltweit leiden unter Alzheimer - allein in Deutschland leben nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenz, der Großteil von ihnen hat Alzheimer. Es gibt nur sehr wenige Behandlungsmethoden. Alzheimer-Patienten verlieren innerhalb von Jahren geistige Fähigkeiten und verändern sich in ihrer Persönlichkeit. Die Erkrankung führt in der Regel zu Hilflosigkeit und schwerster Bedürftigkeit - sowohl in psychischer als auch in körperlicher Hinsicht. Viele erkennen ihre Angehörigen nicht mehr, manche werden aggressiv. 

Bei der Erkrankung sterben Hirnzellen ab. Es ist unklar, was genau im Gehirn passiert. Eiweißfragmente (Amyloid-Peptide) lagern sich im Hirn ab. Die Zellen schaffen es nicht, diese Ablagerungen loszuwerden. Sie stören die Reizübertragung zwischen Hirnzellen und machen sie so funktionsuntüchtig. Es gibt weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel gegen Alzheimer. Medikamente können die Beschwerden allenfalls hinauszögern oder etwas lindern.

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