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Kinder gegen Covid-19 impfen? Das sagt die Stiko

12-Jährige In Illinois in den USA wird gegen Covid-1ç geimpft
12-Jährige In Illinois in den USA wird gegen Covid-1ç geimpft   -   Copyright  Shafkat Anowar/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Wegen "großer Wissenslücken" hinsichtlich der Sicherheit gibt die Ständige Impfkommission in Deutschland keine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen. Der Piks sei nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz der Kinder oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich.

"Abwägung von Nutzen und möglichem Risiko"

"Es geht um eine Abwägung von Nutzen und möglichem Risiko", sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens der dpa. Die Schutzwirkung sei sehr gut, durch die relativ kleine Gruppe von rund 1.100 Jugendlichen in der Zulassungsstudie und einen Beobachtungszeitraum von nur zwei Monaten seien aber mögliche schwere Nebenwirkungen nicht hinreichend auszuschließen. Dazu sei das Risiko für 12- bis 17-Jährige, schwer an Covid-19 zu erkranken, sehr gering. "Wir hatten in dieser Altersgruppe in Deutschland bisher nur zwei Todesfälle", sagte Mertens. In beiden Fällen hätten schwerste Vorerkrankungen vorgelegen. "Unsere Abwägung muss jeder verstehen", erklärte der Mediziner. Er nannte die Entscheidung "eine sachgerechte Empfehlung".

Begründet wird die eingeschränkte Empfehlung auch mit «nicht allgemein gegebenem» Nutzen der Impfung zum Verhindern schwerer Verläufe und Todesfälle in dieser Altersgruppe: «Es müssten etwa 100 000 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche geimpft werden, um einen einzigen Covid-19-bedingten Todesfall in dieser Altersgruppe zu verhindern.» Auch von einer Umverteilung der noch raren Impfstoffe an gesunde Kinder und Jugendliche wird abgeraten, «solange noch viele ältere Erwachsene mit deutlich höherem Risiko ungeimpft sind».

Bei diesen Krankheiten wird die Impfung empfohlen

Die Stiko listet auf: Fettleibigkeit, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, schwere Zyanose, schwere Herzinsuffizienz, schwere pulmonale Hypertonie, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion, chronische Niereninsuffizienz, chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, maligne Tumorerkrankungen, Trisomie 21 (Down-Syndrom) und syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung.

Zusätzlich sieht die Impfempfehlung der Stiko für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren vor, «in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z.B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie)».