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Kinder gegen Covid-19 impfen? Frage sorgt für Zündstoff in der EU

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In Rumänien werden 12- bis 15-Jährige seit dem 2. Juni gegen Covid-19 geimpft
In Rumänien werden 12- bis 15-Jährige seit dem 2. Juni gegen Covid-19 geimpft   -   Copyright  Andreea Alexandru/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Wie halten es die EU-Länder mit den Impfungen von Kindern? In Österreich hält es Bildungsminister Heinz Faßmann für die praktikabelste Lösung, Kinder und Jugendliche in den Schulen impfen zu lassen.

In Deutschland verspricht die Regierung den 12- bis 15-Jährigen ein Impf-Angebot ab dem 7. Juni - allerdings ist bislang nicht überall genug Impfstoff vorhanden. Und die Frage wird kontrovers diskutiert.

Frankreichs Regierung will mit einer Kampagne Jugendliche dazu ermutigen, sich impfen zu lassen. Erst war dabei nur von Impfungen für die 16-18-Jährigen die Rede. Doch seit der Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Jugendliche ab 12 Jahren durch die EMA will auch Frankreich diese Altersgruppe impfen lassen. Losgehen soll es schon ab dem 15. Juni.

In dem 67-Millionen-Einwohner-Land waren die Schulen weniger lang geschlossen als anderswo. Der Bildungsminister hat es als eine Priorität angesehen, dass die Schulen offen bleiben.

Dagegen müssen inzwischen alle Kinder einer Klasse mindestens eine Woche zu Hause bleiben, sobald eine Schülerin oder ein Schüler positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde.

Die Impfungen gegen Sars-CoV-2 begannen zum EU-Termin Ende 2020. Bewohner:innen von Pflegeheimen standen in der Priorisierung ganz oben - schließlich waren dort besonders viele Menschen an Covid-19 gestorben. Nach und nach wurden die Altersgrenzen gesenkt, berufliche oder gesundheitliche Kriterien aufgehoben.

Ab dem 15. Juni können sich nun alle 12- bis 18-Jährigen mit dem Einverständnis der Eltern in Frankreich impfen lassen.

Rumänien hat schon mit den Impfungen von Kindern begonnen

In Rumänien hat die Impfkampagne für Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren mit dem BionTech-Vakzin bereits am vergangenen Wochenende mit mobilen Impfzentren in Bukarest begonnen, bevor die EMA das Vakzin freigegeben hatte. Die nationale Impfkommission verweist auf schwere Verläufe nach Coronavirus-Infektionen bei Kindern.

Doch auch in Rumänien sind nicht alle von den Impfungen

Eine ältere Frau sagt: "So wie ich das verstanden habe, sind Kinder nicht so sehr von einer Corona-Infektion betroffen. Ich glaube also nicht, dass eine Impfung zwingend notwendig ist."

Aber die Ärztin Sandra Alexiu meint: "Eltern sollten wissen, dass es bei Kindern genauso sicher ist wie bei Erwachsenen. Die Wirksamkeit des Impfstoffs für 12-15 Jährige liegt bei 100 Prozent."

Bislang werden bereits in neun EU-Mitgliedsstaaten auch jüngere Menschen geimpft. Auch in Ungarn.

Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert allerdings, dass in vielen Teilen der Welt noch immer nicht alle älteren und gefährdeten Menschen gegen den Covid-19 geschützt seien.

Die WHO drängt deshalb die wohlhabenden Länder dazu, im Rahmen des Covax-Programms, Impfdosen an ärmere Staaten abzugeben.