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Nach Freispruch: Gbagbo kehrt in die Elfenbeinküste zurück

Von Julika Herzog mit dpa
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Nach Freispruch: Gbagbo kehrt in die Elfenbeinküste zurück
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Der frühere Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, ist wenige Wochen nach seinem Freispruch durch das Weltstrafgericht in seine Heimat zurückgekehrt. Gbagbo landete am Donnerstagabend in der Wirtschaftshauptstadt Abijan, wo er vom engsten Kreis seiner Unterstützer in der Präsidentenloge des Flughafens empfangen wurde.

Nach einem rund zehn Jahre dauernden Verfahren wegen schwerer Gewaltverbrechen nach der Präsidentenwahl 2010 hatte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag den 76 Jahre alten Politiker Ende März zu einem freien Mann erklärt. 2019 war Gbagbo bereits vorläufig aus der Haft entlassen worden.

Gbagbo hatte 2010 seine Wahlniederlage nicht anerkannt. Bei der folgenden Gewaltexplosion waren in dem westafrikanischen Land rund 3000 Menschen getötet worden. 2011 war der Ex-Präsident von der Elfenbeinküste an das Weltstrafgericht ausgeliefert worden. Er war das erste ehemalige Staatsoberhaupt, dem das Gericht jemals den Prozessgemacht hatte.

Nun kehrte er unter dem Jubel seiner Anhänger erstmals in seine Heimat zurück. Seine Rückkehr wird von vielen als entscheidender Test für die nationale Stabilität angesehen.

Der amtierende Präsident der Elfenbeinküste Alassane Ouattara hat seinem einstigen Rivalen einen Diplomatenpass ausgestellt und ihm den Status versprochen, der Ex-Präsidenten zusteht- im Namen der nationalen Aussöhnung.

Trotzdem ist die Sorge vor möglichen Unruhen groß, da viele Unterstützer von Gbagbo die Rückkehr ihres Helden lautstark feiern. Die Polizei setzte Tränengas ein, um seine Anhänger zu zerstreuen.